Gelsenkirchen: «Prosperos Insel»
René Magritte hätte an dem Bild seine Freude gehabt. Ein silberner Reif schwebt auf der Bühne. Darin eingelassen: ein Felsbrocken, wie ein Berg gestaltet, der für die Insel steht, auf die sich Prospero zurückgezogen hat. Das Papierschiffchen, das Ariel zuvor in seinen Händen hielt, ist längst zerdrückt, jede Verbindung zur Außenwelt damit abgebrochen. Geblieben ist Prospero allein das Liebste, die Tochter Miranda. Ihm zu Diensten ist Ariel, ein Luftgeist, hier mit einer Frau besetzt: Rita Duclos. Und Caliban natürlich, ein Zwitterwesen, halb Mensch, halb Tier.
Ein Rippenkorsett samt Rückensporn lässt den einzigen Ureinwohner der Insel wie einen Saurier erscheinen.
Im Rahmen der «Ruhrfestspiele» hat sich Bridget Breiner mit Shakespeares «Sturm» beschäftigt und dafür eine Ballettgestalt gefunden, die das Geschehen vereinfacht und zugleich verdeutlicht. Eine Rückblende lässt ahnen, wie es zum Dasein auf «Prosperos Insel» gekommen ist und dass die Isolierung nicht aus freien Stücken erfolgt. Säulen senken sich herab, und Prospero schreitet die Rampe ab, das Wickelkind Miranda in seinen Armen. Noch duckt sich der Chor, der aus der Tiefe des Orchestergrabens auftaucht, unter seiner ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz
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