für die alten: madeline ritter
hat es mal wieder geschafft. Die Frau mit dem herrlich glücklichen Lachen, die seit 2006 im Auftrag der Kulturstiftung des Bundes den Tanzplan Deutschland geleitet hat und zuletzt den Tanzfonds Erbe aus dem Geist des bloßen Bewahrens befreite, sie gründet nun eine Tanzkompanie für Tänzer 40+, und das aus Mitteln des Bundeshaushalts. «Dance On» heißt das neue Bundesaltenballett, auch wenn es keine nationale Seniorentanzriege werden soll. Stattdessen handelt es sich um ein internationales Start-up mit Partnern in Paris (CND), London (Sadler’s Wells) und Ludwigshafen (BASF).
Ohne das Geld dieser Koproduzenten mitzurechnen, liegen für die nächsten vier Jahre bereits 1,5 Millionen Euro im Topf. Klar mag das Neider auf den Plan rufen, denn die Idee ist schlicht und hat durch Stars wie Mikhail Baryshnikov, Sylvie Guillem oder das abgewickelte Nederlands Dans Theater 3 auch bekannte Vorbilder. Aber die Neugründung, derzeit für 2015 anvisiert, zeigt vor allem, dass der Bundestag entgegen aller anderslautenden Beteuerungen sehr wohl in der Lage ist, unmittelbar in das Tanzgeschehen dieser Republik einzugreifen. Eine Truppe von vielleicht sieben festen Tänzern, versorgt von wechselnden ...
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Tanz Juli 2014
Rubrik: menschen, Seite 32
von Arnd Wesemann
Er trägt ein Ringerkostüm, darauf das Europawappen am rechten Fleck – schön mittig auf die athletische Brust gepflanzt. Auch wenn’s zum Kostüm nicht wirklich passt, gelbe Pompons hat er auch zur Hand, dieser einsame Cheerleader, der sich vorgenommen hat, hier und heute unsere mangelnde Europabegeisterung umzubiegen. Vielleicht braucht die Demokratie ja wirklich ein...
Wer in New York die Judson Memorial Church am Washington Square besichtigen will, kann zumindest deren Fassade fotografieren. Der Aufführungssaal des ehemaligen Kirchenraums, in dem in den 1960er-Jahren die Performer der später als Judson Dance titulierten Tanzavantgarde ihre Stücke zeigten, ist nur selten zugänglich. Plakate kündigen dort heute ein eher mediokres...
Die Arme dem Himmel entgegengereckt, die Finger gespreizt. Die erste gemeinsame Pose in «Torobaka» beschwört Gestirne und Gottheiten, wirkt eher heidnisch als hinduistisch. Kein Zweifel aber, dass sie auf die Huldigung Ganeshas zu Beginn von Kathak-Auftritten zurückgeht. Doch Israel Galván und Akram Khan – der eine in Sevilla, der andere in London ansässig – wollen...
