frédéric flamand

leitet das Ballet National de Marseille. Noch. Zum Kulturhauptstadtjahr «Marseille Provence 2013» will er beweisen, dass das Ballett die Kraft zur Utopie besitzt. Noch immer

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So recht geht das erst einmal nicht zusammen: Der Schüler eines Schülers des berühmten polnischen Theatererneuerers Jerzy Grotowski leitet heute das Ballet National de Marseille. Als solcher – sprich: Lehrling des Grotowski-Lehrlings Franz Marijnen – verehrte er das «Arme Theater», das im Körper nach der Wahr-heit sucht und die choreografische Vision verachtet. So einer, ausgerechnet, führt heute die zweitgrößte Ballettkompanie Frankreichs. Dabei hat Frédéric Flamand davor nie auch nur einen Karriereschritt innerhalb einer gehobenen Tanzinstitution absolviert.

Stattdessen mietete er 1979 lieber eine leer stehende Brüsseler Zuckerfabrik namens La Raffinerie und feierte dort Partys mit amerikanischen Hipsters, mit Allen Ginsberg, William Burroughs, Joy Division und dem Cabaret Voltaire. Als ihm 1991 die Leitung des Königlich-Wallonischen Balletts angetragen wurde, zerschlug er die Institution und schuf die erste zeitgenössische Kompanie im französischsprachigen Belgien, Charleroi/Danses. So einer, ausgerechnet, wurde dann 2004 Nachfolger des Schwarms aller französischen Frauenzeitschriften und beerbte Marie-Claude Pietragalla, die einstige Étoile des Ballet de l’Opéra National de ...

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Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 14
von Arnd Wesemann

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