fotoband
Es ist 40 Jahre her, dass sie mit dem Fotografieren von Tanz-Performances begonnen hat, um sich im Verlauf ihrer Karriere immer weiter von der bloßen Dokumentation zu entfernen – hin zu einer Art Alchemie des menschlichen Körpers in Bewegung. Mit Hilfe etwa von Stoffbahnen, verspiegelten Oberflächen oder Blumensträußen entdeckt Lois Greenfield Augenblicke, die die Fantasie durcheinanderbringen oder ihr Flügel verleihen.
In «Moving Still», ihrem jüngsten Buch, begegnen uns erstaunliche Bilder, und wir rätseln sogleich: Fliegt diese Tänzerin? Ist das ein Kokon? Wer zaubert hier im Wald? Einige Motive besitzen die erdige Anmutung von Skulpturen, andere scheinen buchstäblich von der Seite abzuheben und davonzufliegen. Dabei deutet jedes Bild den Hauch einer Erzählung an, die der Betrachter für sich selbst fortspinnen kann.
Bisweilen bannt Greenfield mit ihrer Kamera derart prekär ausbalancierte Posen, dass man seinen Augen nicht trauen mag. Doch die Fotografin manipuliert ihre Bilder nicht nachträglich, sondern verlässt sich vielmehr auf das Improvisieren – das eigene genauso wie das ihrer Modelle – während des Shootings. «Ich empfinde den kreativen Prozess wie eine rasante ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 60
von Wendy Perron
Der kleine, bärtige Dymitry Szypura lacht schallend ins Mikrofon: «Isn‘t it beautiful to die? I just love it!» Der Mann weiß, wovon er spricht. Eine gefühlte halbe Stunde war er tot – jedenfalls hat er es seinen Partner glauben gemacht. Hat sich von ihm wie eine Schlenkerpuppe bewegen lassen zu einem tragikomischen Totentanz. «Stop it!», hat Janis Heldmann ihn...
biografie
jean weidt
Einmal mehr stellt dieser Band über den Tänzer und Choreografen Jean Weidt (1904-1988) dessen Leben in den Kontext des 20. Jahrhunderts. Nele Lipp hat die beiden seinerzeit in Ost-Berlin unter Weidts Aufsicht erschienenen Autobiografien als Grundlage benutzt, ist aber über diese hinausgegangen. Sie hat viel verloren geglaubtes Material – Fotos,...
«Wahrnehmung ist etwas, was wir tun», erklärt der Philosoph Alva Noë. Denn «Wahrnehmung hängt von unseren Fähigkeiten ab, zu agieren und zu denken». So steht es auch in seinem Buch «Action in Perception», und entsprechende Gedanken hat er als philosophischer Berater in «The Way You Look (at Me) Tonight» eingebracht, das im September uraufgeführte, als «soziale...
