Fabian Chyle
Ist die Welt aus den Fugen, dann weil die Kommunikation spinnt. Kanister, Rot-Kreuz-Decken und Lautsprecher dominieren die offene Bühne von Raumgestalter Adrian Silvestri in Fabian Chyles jüngster Tanzperformance «territorial imbalance».
Zwischen diesen Katastrophengütern bewegen sich Mädels in bunten Kleidchen, doch was heißt schon bewegen: Hier wagen drei Überlebende einen Balance-Akt, testen die fremde Umgebung mit skurrilen Mitteln aus, knüpfen Filzpakete von Karabinerhaken, robben, reden mit fahrigen Gliedern aneinander vorbei, fallen mitten in ihren dadaistischen Silbensätzen um, rappeln sich wieder auf, verrenken die Glieder, atmen Tütenluft und sind high für einen Moment, um abermals ins Straucheln zu geraten. Eline Tan, Andrea Hackl und Tereza Lenerova erkunden ihre Körper, nehmen bizarre Positionen ein gleich anatomischen Grenzgängerinnen und würdigen einander selbst im Kampf kaum eines Blicks. Tanz als emotionale Reaktion – wenn sie nur einer verstünde! Aber Kommunikation war gestern.
Dafür ein Bombardement an Eindrücken, das der Stuttgarter Choreograf Fabian Chyle gemeinsam mit dem Dramaturgen Hans Peter Jahn veranstaltet. Sprach- und Geräuschfetzen wehen aus bewegten ...
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