Einfach tierisch

Der französische Choreograf José Montalvo wird als Künstler verkannt. Muss er sich erst mit der Kamera in der Hand selbst inszenieren, um auch als Videokünstler wahrgenommen zu werden?

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Die andere Hälfte der Wahrheit wird nie erzählt ... Man sieht ja beide zu jeder Gelegenheit, in jedem neuen Stück von José Montalvo und seiner «besseren Hälfte», Dominique Hervieu. Doch diesmal geht es nicht um sie. Denn für die Videos in seinen Stücken zeichnet Montalvo allein verantwortlich. Alle schwärmen von den bunten Begegnungen zwischen Tänzern und Löwen, Pferden, Hasen, Statuen oder gefilmten Alter Ego, aber am Ende heißt es nur: José Montalvo, der Choreograf. Jener, der als erster ein Spinett auf die Bühne rollen ließ, ohne dass den Breakern der Spaß verging.

Und jener, der sein Publikum an Überraschungseffekte gewöhnt. Wer ihn Stück für Stück verfolgt, ächzt manchmal ein wenig: schon wieder Videotiere ... Aber wirft man Bartabas vor, dass er immer wieder Stücke mit Pferden macht?
Dass Montalvo auch ein großartiger Videokünstler ist, geht in der Rezeption so sprudelnd unter, wie es in den Aufführungen lebendig hervorsticht. Ist es ihm ganz recht so, oder leidet er darunter, als Doppelgenie verkannt zu sein? Choreografie und Videokunst haben hier ein gemeinsames, solidarisches Ziel: le plaisir – den Spaß, das Vergnügen. Ein Montalvo-/Hervieu-Stück, das ist, als würde einer ...

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Tanz März 2005
Rubrik: Tanz-Kunst, Seite 60
von Thomas Hahn

Vergriffen
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