Ein Nachruf. Von Eva-Elisabeth Fischer
Das Tanztheater Wuppertal gastierte gerade in Breslau, als es am Mittag des 30. Juni die Nachricht vom Tod Pina Bauschs erreichte. Die Kompanie tanzte am Abend, so wie sie auch nach den Anschlägen des 11. September getanzt hatte. Dieses als ein Akt der Selbstbehauptung, zum einen. Und es mag, zum anderen, den Tänzern ein Trost gewesen sein, das jüngste Stück, das erst 18 Tage zuvor in Wuppertal uraufgeführt worden war, zu tanzen, statt sich dem Schock dieser unerwarteten Nachricht hinzugeben.
An die Folgen für die Kompanie und für das Werk der Tanztheater-Schöpferin, das seit einem Jahr archiviert wird, hat an diesem Tag wohl kaum einer der Betroffenen gedacht.
Fünf Tage vor ihrem Tod war Pina Bausch ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Diagnose: Krebs. Außer ihren Nächsten hatte niemand davon gewusst. Und angelegentlich dieses letzten verstörenden Kapitels ihres nicht ganz 69-jährigen Lebens (sie hätte am 27. Juli Geburtstag gefeiert), fällt auf, dass niemand wirklich etwas über ihre Befindlichkeit wusste, dass nichts nach außen drang über ihr Leben jenseits der Lichtburg in Barmen, wo sie ihre Stücke erarbeitete und probte, und den Theatern, wo an ihnen vor jeder Aufführung ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ja, er ist es, der Kylie Minogue und Tina Turner zum Tanzen brachte. Dass ein Choreograf den Ausflug in die Pop-Etage des Tanzes auch gut für eine ernsthaftere Annäherung gebrauchen kann, sah man dem katalanischen Choreografen Rafael Bonachela bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen etwas zu mühelos an. Immerhin dort zeigte das in London beheimatete Ensemble seine...
«Ich mache lauter letzte Stücke», sagt Yoshiko Waki im Offenen Kanal, einem Bürgerfernsehen in Rheinland-Pfalz. Der Gründer dieser Anstalt aus Neustadt an der Weinstraße tritt hier als Moderator auf. Wie ein Vogel hockt die schmächtige Yoshiko Waki auf seinen starken Schultern und flötet über den kahlen Kopf von Wolfgang Ressmann hinweg: «Erst kam die Schließung...
«Ist Tanz noch das, was ich will, und wie kann es weitergehen?» Maria Walser – im Ensemble der Tanzcompagnie Oldenburg – begreift ihre Frage als Chance. «Das Suchen dauert doch ein Leben lang.» Mit ihren 25 Jahren hat die intelligente und quirlig kraftvolle, darstellerisch auffallend begabte Tänzerin sich künstlerisch schon innerhalb und außerhalb des Theaters...
