düsseldorf: Ben J. Riepe: «The White Void_Series»
Es ist ein Gefühl wie zwischen Speed-Dating und Tanzcafé. Der Blick der Frau mittleren Alters mit grauem Wuschelkopf gleitet über die Gesichter der Neuankömmlinge im Eingangsbereich. Bei mir bleibt er haften. Sie ist höflich: «Ich freue mich, dass Sie da sind. Darf ich Ihnen eine Geschichte erzählen?» Sie führt mich an ihren Platz, zwei leere Stühle ohne Tisch. Der schwarz ausgeschlagene Raum ist voll von diesen kleinen Stuhl-Inseln, auf denen dunkel gekleidete Laiendarsteller den Zuschauern etwas aus ihrem früheren Leben berichten. Diskret, fast verschwörerisch.
Ben J.
Riepe erteilt mal wieder Unterricht. Nachdem er 2008 lehrte, «Üben Schönheit zu sehen», ging es jüngst – in Vorbereitung auf diese neue Performance – ums «schwarz_weiß_denken». Der aktuelle Abend könnte heißen: «Üben, innere Bilder zu sehen», doch der angesagte Choreograf aus Witten entschied sich für den Titel «The White Void_Series». Ihm geht es um Lücken, um das, was nicht zu sehen ist. Die Wände des Raums, der an ein Fotostudio oder eine Galerie erinnert, sind leer. Die Bilder, so will es der Grenzgänger zwischen bildender Kunst, Theater und Tanz, sollen die 14 Akteure in den Köpfen der Zuschauer erzeugen. Das ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 34
von Bettina Trouwborst
film_________
«doctor fabre will cure you!»
In der Apotheke des Doktor Fabre treffen wir auf Kröten, Katzen und weiße Kaninchen. Fische schwimmen in seiner Badewanne. Die steht auf einer Wiese am Schelde-Ufer. Mal knutscht der Künstler Jan Fabre eine Löwenstatue, mal hüpft der Choreograf Jan Fabre als menschengroßer Maikäfer von Baum zu Baum. Mal trägt er einen...
Zuerst war’s das Planking. Der Körper liegt mit dem Gesicht nach unten tiefenentspannt auf einem Biertresen, auf Rolltreppen oder – bei strammer Bauchmuskulatur – auch mal quer zwischen zwei Supermarktregalen. Danach kam Tebowing: Die einbeinig kniende Variante von Rodins «Denker»-Skulptur, die den ganzen Kopf in die Hand stützt – diese geradezu ins Heilige...
Wie tanzt man eine Metaebene? Die Fläche, auf der die 16-köpfige Forsythe-Company im Frankfurt LAB die «Study #3» tanzt, fällt nach vorn ab. Das ist schon ein bisschen meta:
Sie zitiert die Bühne der Oper in Brescia, wo die Kompanie 2012 gastierte. William Forsythe schwärmte noch Monate später: «Wenn man diese italienischen Theater betritt, ist man étonné,...
