Dominique Dumais: «Frida Kahlo»
Frida Kahlo (1907–1954) war nicht nur schön, sie war bildschön. Durch einen schweren Verkehrsunfall ans Bett gefesselt, beginnt die Tochter eines ungarnstämmigen Deutschen und einer Mexikanerin zu malen. In 55 ihrer 143 Gemälde porträtiert sie sich selbst. Stolz die Haltung, entschlossen der Gesichtsausdruck, markante Brauen, zusammengewachsen wie Vogelschwingen, darunter dunkle Augen, die den Betrachter fixieren. Ein versehrter Körper, eine verletzliche Seele: In naiver, roher Malweise schildert sie Lebensstationen, legt Innenwelten bloß, lässt eine Passionsgeschichte erahnen.
Charismatisch und dank unkonventioneller Lebensweise samt damenbärtiger Bisexualität hat die Ikone des Feminismus bei Filmemachern und Choreografen seit Längerem Konjunktur (Johann Kresniks «Frida Kahlo» von 1992 etwa gehört zu den populärsten Stücken des Tanztheaterrebellen). Ehe, Scheidung und erneute Heirat mit dem 21 Jahre älteren Diego Rivera, Affären mit Leo Trotzki und Isamu Noguchi, Freundschaft mit Pablo Picasso und Sergei Eisenstein hätten Stoff für ein Handlungsballett hergegeben, doch Dominique Dumais entscheidet sich in ihrer Mannheimer «Frida Kahlo» für die lose Szenenfolge.
Großzügige Arm- ...
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