Die Hoffnungsträger
in kleines barfüßiges Mädchen hütet die Ziegenherde seiner Familie, anstatt im Kindergarten mit Puppen zu spielen. Dege Feder wuchs in einem abgelegenen Dorf im Norden Äthiopiens auf. Sie liebte das Leben unter freiem Himmel, die Natur, in der sie Lieder und Tänze erfinden konnte, immer dem Wind ausgesetzt: «Ich habe diese Zeit mit Tagträumen verbracht, Halsketten aus Blüten gefertigt und alle Dinge, die ich fand, in meine Fantasiewelt integriert. Ich liebte es, von Hügeln, Wäldern und Wasserfällen umgeben zu sein.
»
Einige Familien in Feders Dorf gehörten zu Beta Israel, einem uralten Zweig des Judentums, dessen Angehörige ihren Glauben im Verborgenen praktizierten, inmitten einer feindlichen christlichen Umgebung. Feder war sieben Jahre alt, als ihre Familie beschloss, illegal aus Äthiopien auszureisen und nach Jerusalem zu emigrieren. Man trug ihr auf, mit ihren zwei Brüdern voranzugehen und auf die übrigen Verwandten zu warten. Doch es vergingen viele Monate, bis sich die Familie in Israel wiedervereint sah. Voranzugehen – das sollte für Dege Feder auch späterhin der einzig gangbare Weg bleiben.
Damals hatte sie sich einer Gruppe angeschlossen, die in die sudanesische Hauptstadt ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 160
von Ora Brafman
«Glauben Sie, Gewalt ist unvermeidbar?» − Glaube ich das? Die Frage steht auf einem der Zettel, die Zuschauern in die Hand gedrückt werden, damit sie gemeinsam mit einem anderen Besucher über diese und ähnliche Fragen reflektieren. Denken, dabei gehen, einmal diagonal durch den Raum. Über eine Strecke von vielleicht 20 Metern gilt es nun, einem mir bislang völlig...
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hat ein hintergründiges, wissendes Lachen. Eben noch probte der 29-Jährige in Alexander Ekmans Choreografie «Cacti» mit Rebecca Horner an der Wiener Staatsoper, davor frischte er den Blockbuster «Don Quixote» auf. Seit 2007 ist er am Staatsballett Wien engagiert und tanzt viel Repertoire, aber auch Natalia Horecnas Kreation «Contra Clockwise Witness». «Ich bin...
