Die Botschafter
«Number Stations» sind Radiofrequenzen, auf denen per Zahlenreihenübertragung geheime Nachrichten versendet werden. Mossad, CIA, KGB und Stasi arbei(te)ten so. Heißt es. Man weiß es nicht gewiss. Entsprechend vage sind die Botschaften von Charles Linehans Choreografie. Schlimmster Verdacht: Vielleicht gibt es die Botschaften nicht, und alles ist Ablenkung. Was das für die fragmentierten Gruppenbilder auf der Bühne heißt? «Happy Days», glückliche Tage, kann zum Glück jeder dekodieren. Ob ironisch oder wörtlich.
Aber Greig Cooke, Barbara Motschiunik und Andreja Rauch sind zu apathisch. Ihre wachsende Leidenschaft basiert nur auf der Steigerungsdynamik der Musik (bearbeitet von Robert Merdzo, von dem Glockenspiel und Stimmengeklirr im ersten Teil stammen). Ist Glück eine Funktion der Anpassung? Winziger Hinweis auf individuelle Regung: Rauchs blonder Zopf. Die ganze Frau ist verhaltene Kraft, spartanische Genauigkeit – bis auf das fröhlich baumelnde Haar. Auf Linie mit Scherenarmen und Schwungbein, aber unzensierbar emotional. Und wär’s bloß Zufall, diese Untertitel verraten erst, welches Potenzial in der Dreiecksgeschichte steckt.
«Absence of clutter», so steht es auf seiner ...
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