Der Zahlenfuchs
«Halten Sie sich Richtung Mercedes Benz», lautet die Navi-Ansage. Der Weg zu Johannes Grube, Tanz-Betriebsdirektor und Stellvertretender Intendant Tanz des Nationaltheaters Mannheim, führt über staubige Straßen durchs Gewerbegebiet von Mannheim-Käfertal. Galvanistraße, Tor 6A – «Sie haben Ihr Ziel erreicht.» Hier, in einer ehemaligen Werkhalle von General Electrics, befindet sich das Tanzhaus, eine Dependance des Nationaltheaters, mit Proberäumen und dem Büro des Betriebsdirektors.
Der Begeisterte
Rauchend steht Johannes Grube – in kurzer weißer Hose, braungebrannt – vor dem Tor, heißt den Gast freundlich im «wüschten Teil Mannheims» willkommen und lädt zum Abtauchen in seine Welt ein. Es laufen gerade die Proben für den «Sommernachtstraum». Bei 35 Grad Außentemperaturen ringen die Tänzer in Boxershorts und T-Shirts, barfuß oder auf Socken nach Atem. Tanzchef Stephan Thoss korrigiert, kommentiert ohne Worte, nur mit Gesten und tänzerischen Bewegungen.
Johannes Grube schwebt auf leisen Sohlen zur Zuschauerbank, setzt sich und erklärt flüs-ternd den Probenablauf, die Besonderheiten des Stücks, der Choreografie, der Musik. Stolz und Respekt schwingen in jedem Satz mit, wenn er ...
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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Serie: Hinter den Kulissen, Seite 64
von Nadja Encke
Ekstase
Feuerrot vom Scheitel bis zum Kleidersaum, so hat Otto Dix die berühmt- berüchtigte Zwanzigerjahre-Ikone Anita Berber verewigt. Rund um dieses und andere Gemälde, etwa von Ferdinand Hodler, Francisco de Zurbarán oder Lovis Corinth, präsentiert das Stuttgarter Kunstmuseum eine Schau, die auch den ekstatischen Momenten des Tanzes nachspürt Lovis Corinth,...
Von allen Staatsballetten ist das in Gera/Altenburg das kleinste. Wenn man größere Sprünge plant, muss man sich deshalb etwas einfallen lassen. Und Silvana Schröder ist etwas eingefallen: Das Thüringer Staatsballett selbst wird zwar nicht aufgestockt, aber künftig können zusätzlich zwölf Tänzer und Tänzerinnen eine Aufführung wie die «Giselle» (geplante Premiere am...
Newcomer: Moritz Ostruschnjak
Er hat so einen sensiblen Zug um Augen und Mund. Man könnte sich deshalb den Tänzer und Choreografen Moritz Ostruschnjak gut vorstellen als einen dieser Schnitzler-Melancholiker aus gutem Hause. Arthur Schnitzler schrieb seine bedeutendsten Dramen und Geschichten vor dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang Kakaniens. Genau diese...
