der tod und die malerin
Was ist das bloß für ein seltsames Werk? Großartig intensive Bilder in Temperafarben und überwältigender Vielzahl. In die Gouachen hinein sind in krakeliger Schrift Texte gesetzt, wie bei einem Comic. Es gibt Anweisungen, welche Musik zu welchem Bild zu hören ist, als hätte die Schöpferin eine Oper inszenieren wollen. Eine Bildersammlung wie ein Filmdrehbuch, wie Grafiken, serielle Malerei – ein synästhetischer Genrehybrid. Doch was heute wie ein avantgardistisches Kunstexperiment anmutet, war wohl vor allem: Überlebenskampf. Selbsttherapie. Widerstand.
Bild 1 der Sammlung, die Charlotte Salomon angefertigt hat: ein Blatt in aufgewühlten Blau- und Schwarztönen. Die Zahl 1913 ist in spitzer Schrift in die obere Bildmitte platziert, dazu der Text: «1. Aufzug. An einem Novembertage verließ Charlotte Knarre das elterliche Haus und stürzte sich ins Wasser.» Als «Charlotte Knarre» firmiert Charlotte Salomons Tante, sie wird auf diesem ersten Blatt 30-mal als kleine Frauenfigur skizziert, die auf gewundenen Wegen durch die nächtliche Stadt streift. Die Arme mal verzweifelt zum Himmel gehoben, mal weit ausgebreitet als wolle sie fliegen, dann wieder rauft sie sich die Haare. Vielleicht ...
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Tanz April 2015
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Nicole Strecker
Monika Grütters, eine Initiative unter Federführung des Dachver-bands Tanz hat ein Papier erarbeitet, das mit dem Städtetag, der Kultusministerkonferenz und Vertretern Ihres Hauses diskutiert wird, weil es auch dem Bund einiges abverlangt – nämlich eine Erhöhung seiner Tanzförderung von vier auf 20 Millionen Euro. Sagen Sie da: Träumt mal schön weiter? Es gibt aus...
auditions______
Ballet Junior Genève
Audition: 16., 17. Mai
Bewerbungsschluss: 12. Mai
audition@ballet-junior.ch
Tiroler Landestheater, Innsbruck
Dancers (f/m) with an excellent classical and good contemporary technique
Auditions (by invitation only): 9, 10 May
Send a current CV and stage picture to:
ballettdirektion@landestheater.at
Staatstheater Kassel, Tanztheater
Tänz...
Man beginne mit einem Erdbeben und stei-gere sich dann stetig. Alte Hollywood-Regel. Vielleicht funktioniert auch das Gegenteil: Man schweigt fein still, stapelt tief – um irgendwann furios und für alle überraschend durchzustarten. Doch bei Nacho Duato, der seit 1. September 2014 dem Staatsballett Berlin vorsteht, ist weder die eine noch die andere Strategie...
