das denken zum tanzen bringen: rudolf zur lippe schwärmt

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Ein Philosoph geht auf die Pirsch. Vor Sonnenaufgang stapft er durchs taufrische Gras in Brandenburg, im Linumer Bruch, wo sich im September ­Zehntausende von Zugvögeln bei ihrer Reise in den Süden versammeln, um einem beeindruckenden ­Schau­spiel beizuwohnen: den «unglaublich mannigfaltigen Bewegungen der Schwärme». Im Gegensatz zu allen festlegenden wissenschaftlichen Beschreibungen ist es diese lebendige ­Erfahrung – den Wandel in der Natur auszumachen als ein ewiges Handlungsgprinzip –, auf die Rudolf zur Lippe in seinem neuen Buch rekurriert.

Er baut auf eine Naturphilosophie des Wandels und der Bewegung, will Erfahrungen am eigenen Leib und damit den Tanz und seine Sinne ins Zentrum der Beobachtungen rücken.

Die Schwarmphänomene haben es ihm diesmal vor allem angetan. Er verortet sie in einem ideengeschichtlichen und zeitkritischen philosophischen Kontext, übersetzt sie in die Sphären des Menschlichen, der Sinne, der Kommunikation.

Der Autor bindet sich selbst mit ein: wenn er sich beispielsweise in ­Berliner Tanzstudios bei Felix Ruckert einlässt auf Experimente zu Sinn und Sinnlichkeit. Um am eigenen Leib Eindrücke vom Bewegungsgeschehen der Tanzenden zu erlangen. Ein ...

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Tanz Januar 2011
Rubrik: medien, Seite 52
von Ottmar E. Gendera

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