Dancehall in Jamaica
«Follow the heart beat rhythm», lautet der vertrauenswürdige Tipp eines gut gelaunten Rastaman, dessen Lächeln mit der aufgehenden Sonne über den Dächern der School of Dance in Kingston um die Wette strahlt. Bob Marley hat das zuerst besungen, diese ungemein coole Leichtigkeit der Ästhetik hier – One Love. Und so hören sie sich an: Ethiopian Binghi Drums, immer geradeaus dem eigenen Pulsschlag respektive den aus dem Studio herüberschallenden Trommeln nach. Man fühlt das in den nackten Füßen, wenn der Boden vibriert und der Rhythmus so umstandslos in den eigenen Körper fährt.
Ein Ventilator kreist über dem durchtanzten Parkett, und Moskitos summen mit besonderer Vorliebe um meine bleichen Waden. Da hilft nur der Blick auf die Blue Mountains. Alles scheint irgendwie in ureigener Bewegung, selbst die Landschaft schwingt. Das trifft auch auf deren meisterhafte Tänzer zu, deren kulturelle Wurzeln so weit verzweigt sind wie die der uralten Bäume bei Ocho Rios. Verzeihung, wenn ich mich bei so viel Eleganz um mich herum ein wenig tölpelhaft gebärde. Das sieht bei mir nämlich kein bisschen so gut aus wie beim Tänzer da vorn, der mit seinen wunderschönen Rastazöpfen ganz locker auf und ab ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Du guter Gott», hat sich schon vor mehr als hundert Jahren Eduard Hanslick gefragt, «was gehen uns die Gottheiten an? Die zärtlichen Liebespirouetten von Nymphen und Schäferinnen, die begeisterten Bocksprünge unsauberer Faune, diese immer sprungbereite Allmacht Dianas oder Amors? Für wen haben sie noch ein dramatisches Interesse?» Und der Kritiker aller Kritiker...
Gleich drei ehemalige Forsythe-Tänzer lässt der Ulmer Ballettchef Andris Plucis mit seinem zehnköpfigen Ensemble arbeiten. Thomas McManus und Nik Haffner machten den Anfang; Marc Spradling folgte am 24. Mai mit «Pierrot lunaire» und «Lieder eines fahrenden Gesellen». Ob die Frankfurter Schule Garant für Kreativität ist, entscheidet sich jedoch nur fallsweise....
Der Tanz ist für ihn nur Mittel zum Zweck: Chen, gerade mal dreizehn, will unbedingt Natalie kennen lernen. Heimlich beobachtet er sie durch eine Kamera, wie sie vor einem Spiegel ihre Posen probt. Statt Judo also Gesellschaftstanz. Statt Natalie die gleichaltrige Sharon. Ihr fehlt der Mann, und so stolpert er widerstrebend hinein in eine Partnerschaft, die anfangs...
