CD, DVD, Buch 11/19

Tanz - Logo

CD des Monats: Der Dreispitz

Kresnik als Corregidor: Es muss dem Bremer Ballettchef 1969 klammheimliches Vergnügen bereitet haben, ausgerechnet in seinem ersten Programm einen staatstragenden Charakter verkörpern zu können – und für ein übergriffiges Verhalten abgestraft zu werden, wie er es in seinen eigenen Arbeiten später immer wieder geißeln sollte.

In erster Linie sollte «El sombrero de tres picos» natürlich eine Hommage an Kresniks Lehrer Léon Wóizikowski sein,  der sich während seines Kölner Engagements ein letztes Mal den «Dreispitz» aufgesetzt hatte. Zweifellos war es aber auch die Musik, die dem frisch gekürten Direktor samt seinem Ensemble auf die Beine helfen sollte.

Manuel de Falla schrieb sie 1916 im Auftrag von Serge Diaghilew, auf eine frühere Komposition zurückgreifend: ein überaus kurzweiliges Werk, das nie den Boden unter den Füßen verliert und so «spanisch» ist, wie man sich das nur vorstellen kann, voller Kastagnettenklänge, mit «Palmas» en masse und einem verschatteten «Cante jondo». Das Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Pablo Heras-Casado schöpft ein Jahrhundert später hier wie auch für «El amor brujo» aus dem musikalisch Vollen und imaginiert ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2019
Rubrik: Medien, Seite 56
von

Weitere Beiträge
Unbändiger Geist

Sie ist eine Baumeisterin, eine Architektin von Raum und Zeit, die von der Pike auf gelernt hat, wie man einen Tanzabend konstruiert. Immer war sie mit Haut und Haar in den kreativen Prozess involviert, zuerst als Tänzerin, dann als Choreografin und, im letzten Jahrzehnt, als Artistic Director. Heute konzentriert sie sich mit Leidenschaft darauf, die Entwicklung...

Screening 11/19

Dreimal Royal Ballet

Es gibt nicht so viele Berliner Ballette, die den Weg ins internationale Repertoire gefunden haben. Eins davon ist «Concerto». Kenneth MacMillan hat es 1966 an der Deutschen Oper zum 2. Klavierkonzert von Dmitri Schostakowitsch choreografiert: ein Glanzstück nicht zuletzt dank seiner Muse Lynn Seymour (tanz 3/19). Die ist, inzwischen...

Bausch Editions: Palermo Palermo

Der Verleger Rudolf Rach war lange Zeit ein umsichtiger Sachwalter, was die Filmrechte der Choreografin Pina Bausch betraf. Vor ein paar Jahren hat die Pina Bausch Foundation in Wuppertal diese Aufgabe übernommen. Pünktlich im 10. Todesjahr der Tanztheater-Doyenne startet sie nun die «Pina Bausch Editions». Als Erstes ist «Palermo Palermo» an der Reihe. Aufnahmen...