brüssel: Lisbeth Gruwez: «AH/HA»

Tanz - Logo

Sie lachen sich tot! Das Schicksal ereilt alle fünf auf der Bühne. Grausam oder beneidenswert? Sie ergötzen sich an einer Wipp-Orgie, nehmen alle Erschütterungen des Zwerchfells auf sich und steigern sich in eine Art Trance. Schließlich erliegen sie dem bedrohlichen Lachgefühl eines Gore-Films. Das Besondere: Alles geschieht ohne echte Lacher. Genau darin liegt das «AH/HA»-Erlebnis. Lachen ist ein körperlicher Vorgang, gehorcht einer Mechanik wie in einem Uhrwerk. Hin und her, auf und ab.

Letzteres bestimmt lange Zeit die Dynamik, zum Klang einer Sprungfeder, der immer mitreißender wird. Am Ende fühlt es sich an wie ein Erdbeben.
«AH/HA» ist das erste Gruppenstück von Gruwez und besteht eigentlich aus fünf Soli. Es begegnen sich Typen, die außer über das Lachen kaum miteinander ins Gespräch kommen würden, vom Punk über den Hipster bis zur adretten Büroangestellten. Zu Beginn stehen sie, jeder für sich, lange reglos da, in typischen Posen von Schaufensterpuppen. Ganz langsam fährt Leben in die Körper, äußerst vorsichtig nehmen sie Kontakt auf.

Lachen ist ansteckend, sagt Gruwez. Klar doch. Aber hier nimmt sie uns mit auf eine Reise durch das Körperinnere, während einer sich endlos ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
highlights

ludwigshafen_________

africtions

Klar, dass «Coup fatal» (tanz 8-9/14), dass Alain Platel mit seinen singenden Dandys aus dem Kongo dieses Fest eröffnen muss. Ein Afrika-Tanzfest völlig frei vom gereizten Blick auf das Ebola-Virus und ohne den nervösen Blick auf Frontex-Grenzen. Stattdessen wird hier eine vorbildliche Koproduktion möglich: Der Pfalzbau in...

berlin: Falk Richter, Nir de Volff: «Never Forever»

15 Jahre ist es her, dass die Choreografin Anouk van Dijk gemeinsam mit Falk Richter den Tanz aufs Schauspiel losließ. «Nothing Hurts» hieß 1999 die kleine Sensation: Das Drama des Zeitgeists entwand sich dem Sprechzwang. Wenn Worte nicht mehr reichten, wurde getanzt. Bis 2012. Da übernahm Anouk van Dijk die australische Kompanie Chunky Move. Falk Richter blieb...

paare und paarungen

Russland und Deutschland werden 2015 ein Paar – was ihren Kulturaustausch angeht. Großbritannien und Russland sind es bereits in diesem Jahr. Einen Sommer lang hat man sich gegenseitig besucht, das Bolshoi reiste nach London, das Royal Ballet nach Moskau. Den Höhepunkt dort gestaltete ein Franzose: Jean-Christophe Maillot. Er inszenierte «Der Widerspenstigen...