Brit Rodemund
Brit Rodemund hat ihren grünen Rucksack schon fast wieder in der Hand, als sie sagt: «Vertrauen ist wichtig. Einen guten Choreografen zeichnet aus, ein guter Menschenkenner zu sein. Du musst Vertrauen bekommen, damit Dinge, die man für unmöglich hielt, möglich werden, damit er aus dir Sachen herauszufordern vermag und du diese Forderung zulassen und dann sehr weit gehen kannst, ohne das Gefühl zu haben, dich benutze jemand.» Mit diesen Worten entschwindet sie durch die Glastür ins Cappuccino-Tischchen-Gewirr des Prenzlauer Bergs.
Den Umrissen der zierlichen Frau nachblickend, denkt man irgendwie chemisch: Vertrauen ist die Schlüsselressource, der Treibstoff, der Menschen zusammenbringt und gemeinsam befördert.
Bei «revolver besorgen», dem jüngsten Soloprojekt der Tanzregisseurin Helena Waldmann, hat Brit Rodemund dieses Vertrauen offenbar verspürt. Derart gestützt und umhegt ist sie tänzerisch in Bereiche vorgedrungen, in denen dem menschlichen Intellekt Grenzen gesetzt sind und die Gefühle einer großen Verwirrung unterzogen werden. Brit Rodemund tanzte Demenz. Ein Wagnis, eine Unmöglichkeit eigent-lich. «Ich erinnere mich, wie ich irgendwann einfach losgelegt habe und mich ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Tänzerin des Jahres, Seite 120
von Tom Mustroph
Storys
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