braunschweig: jan pusch «final fiction»
Der Anfang spricht schon vom Ende. «I did it my way!», singt Robert Bell und öffnet die Arme zu ausladenden Showmaster-Gesten. Mehr Worte hat er nicht, wiederholt sie aber, als habe er sich für die endgültige Version noch nicht entschieden. Jede ist so super wie er. Er schlenzt über die Bühne, springt auf den Tisch, Applaus brandet aus dem Off, dann auch aus dem Publikum. In «Final Fiction» geht es Jan Pusch um den erfundenen Blick zurück auf das, was ein Leben war, um gebastelte Erinnerungen, biografische Szenen.
Im Grunde ein soziologisches, psychologisches oder theatralisches Thema. Für den Tanz?
Jener unsterbliche Frank-Sinatra-Song wird später auf Deutsch gesprochen wie ein cooler Abschiedsvortrag. Eine überzuckerte Trauerrede kommt hinzu, ein nervöser Telefonanruf – «Was ich dir schon immer sagen wollte» –, der aber nie zum Punkt kommt: eine Auflistung von Möbeln und Dingen in einem Zimmer. Ein Tänzer als Auktionator ballert Nummern, Preise, Möbel, Dinge – Tisch, Zeitung, Thermoskanne – und «rosabraun gestreifte Krawatte» in ein Mikrofon. «Verkauft!» Ein Beamer wirft Fotos menschenleerer Zimmer an aufgestellte weiße Tische. Die Kos-tüme von Ullinca Schröder für die fünfzehn ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender, Seite 36
von Melanie Suchy
...wird entgegen erster Dementi nun doch 2012 Ballettdirektorin am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Die US-Amerikanerin tritt damit die Nachfolge von Bernd Schindowski an, der das Ballett 33 Jahre lang leitete. Breiner lernte unter anderem an der Heinz-Bosl-Stiftung in München. Ihr erstes Engagement führte sie ans Bayerische Staatsballett, 1996 wurde sie...
Eine Frau joggt auf der Stelle, tapp, tapp, tapp. «Well, well, well!», ruft ein Mann mit Hut ihr zu. «Look at you! You’re looking good!» Mit einem langsamen Ausfallschritt steigert er seine Begeisterung, reckt die Hände zur Decke, während sie ihre Hochleistungsperformance intensiviert. Am Rand der Spielfläche wartet eine zweite Frau auf ihren Einsatz, auf ihren...
Die Obrigkeit schritt ein und entfernte die Fotos aus der Vitrine. Am Berliner Admiralspalast war das Auftreten von Claire Bauroff angekündigt, die anstößigen Stellen waren nicht überklebt. Obwohl man überall in den Revuen gegen Eintritt Beine, Pos und Brüste bewundern konnte. Auch waren diese Bilder 1925 bereits in zahlreichen Illustrierten und Magazinen gedruckt...
