bern: sebastian matthias «tremor»
Im blauen Licht driften scheinbar knochen- und schwerelos drei Körper. Die erhobenen Arme werden von einer geheimnisvollen Kraft gehalten. Die Köpfe neigen sich blütensacht. Die Figuren ziehen sich an, gleiten aneinander vorbei und entfernen sich wieder. Beben, Grummeln, Pochen, Summen von automatischen Trommeln. Sie sind platziert zwischen den Zuschauerreihen. Als ob die Energie den Gliedern plötzlich entzogen wird, fallen die Arme schlaff herab.
Die Körper staksen mit steifen Beinen durch den von Farblicht segmentierten und Rhythmen durchpulsten Raum, wie ungelenke Wasservögel, gestört in der physischen Koordination. Ihre Knie knicken ein, sie sacken zu Boden, raffen sich wieder auf. Ein Zucken erfasst das Becken, die Schultern, als ob gegensätzliche Zugkräfte an ihnen rüttelten, sie in Spasmen schüttelten. Erneut brechen die Beine weg, die Körper fallen in den Sitz oder auf die Knie.
Im Trio «Tremor» experimentiert Sebastian Matthias mit Harmonie und Disharmonie im Spannungsfeld von Kräften und Muskeln. Der Berliner Choreograf und Tänzer präsentierte seine konzeptuelle Tanzstudie als Abschlussarbeit seiner Residenz auf Kampnagel (K3 – Zentrum für Choreografie). Er setzt darin ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: kalender, Seite 40
von Klaus Witzeling
«Break-Dance […] hat sich auch hierzulande etabliert», war am 12. März 1985 auf der lokalen Kulturseite des «Sächsischen Tageblatts» zu lesen – in einem Land, in dem es ihn eigentlich nicht geben durfte. Natürlich waren die sozialen Bedingungen in der DDR nicht annähernd jenen vergleichbar, die in den schwarzen Ghettos Amerikas zu seiner Entstehung beigetragen...
Das «White Bouncy Castle», bekannt als schneeweiße Hüpfburg, die William Forsythe zusammen mit Dana Caspersen 1997 für Londons Artangel schuf, haben mittlerweile Tausende besprungen. Auf Luftkissen zugleich die Balance zu halten und zu tanzen, das tut weh. Der New Yorker Kunststudent Andros Zins-Browne, den es an die Brüsseler Schule P.A.R.T.S. verschlug, hat...
Das Ballett am Puls der Zeit – wie kein anderer klassischer Choreograf in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts traf ihn Jerome Robbins in seiner frühen Phase, gleich mit seinem ersten Erfolg, dem Matrosenballett «Fancy Free» aus dem Jahr 1944, und ganz besonders 1957 mit den Tanznummern in Leonard Bernsteins Musical «West Side Story». Hier verband Robbins die...
