barokthegreat

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Die erste futuristische Oper, «Sieg über die Sonne», uraufgeführt 1913 in Sankt Petersburg, feierte die Idee, dass unser Zentralgestirn ein Monstrum ist. Nicht nur als astronomische Zeitbombe, sondern vor allem als Metapher für ein alles überstrahlenwollendes Herrschaftssystem. Librettist Alexej Krutschonych ließ die triumphierenden Darsteller sagen: «Wir sind frei. Zerschlagen ist die Sonne. Es lebe die Dunkelheit … Von Angesicht sind wir dunkel. Unser Licht ist in uns.

»

So etwas könnten auch die Musikerin Leila Gharib (geboren 1983) und die Choreografin Sonia Brunelli (Jahrgang 1976) denken. Denn die Stücke ihrer Gruppe Barokthegreat sind zwar dunkel anzuschauen, aber sie glühen rebellisch von innen her. Gegründet 2008 in Verona, wurde Barokthegreat mit der atemberaubend konsequenten Gruppenarbeit «Indigenous – dramma sonore» (2012) über die italienischen Grenzen hinaus bekannt. Das Bild des dunklen Gesichts allerdings tauchte schon im ersten Stück, dem Solo «The Origin», auf: im einsamen Tanz einer zombiehaft unheimlichen Barock-Contessa, politisch furchtbar unkorrektes «Blackfacing» inklusive.

Auch in ihren jüngsten Werken – «Victory Smoke», «Kobra» – bleiben die fabelhafte ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 157
von Helmut Ploebst

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