Ausstellungen 8/9/18
Night Fever
Bevor es eine freie Szene mit eigenen Bühnen gab, existierte der sogenannte «Underground»: die Clubs der 1960er-Jahre. Sie stellten alte Normen infrage und schufen Gegenwelten. Was wenige wissen: Das erste Epizentrum lag in Italien. Clubs wie das «Piper» in Turin (1966) und «Space Electronic» in Florenz (1969) wurden von progressiven Architekten gestaltet. Der Strandclub «Bamba Issa» diente von Anbeginn auch als Theater für Happenings und Performances. Dagegen entstand das legendäre, von Andy Warhol geadelte New Yorker «Studio 54» erst 1977.
Auf die homophoben und rassistischen Tendenzen der Disco-Bewegung reagierte die «Disco Demolition Night» in Chicago. In New York kehrten 1978 der «Mudd Club» und das «Area» mit Keith Haring und Jean-Michel Basquiat zur Kunstszene zurück. Zeitgleich entstand in Londoner Clubs der Punk- und Gothic-Style um Vivien Westwood. In Manchester gestaltete der Architekt Ben Kelly eine postindustrielle Kathedrale des Rave, den Club «Haçienda» (1982), von wo aus Acid House und Techno auch Berlin eroberten. Der «Tresor» (1991) und heute das «Berghain» (2004) sind urbane Freiräume, die unter dem Label «Dance» die freie Szene von links überholten. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2018
Rubrik: Kalender, Seite 52
von
Jutta Hell, Dieter Baumann, seit 1995 tanzt Rubato nicht nur in Berlin, sondern auch in Shanghai. Wie hat sich der chinesische Tanz seither verändert?
Jutta Hell: Verändert? Fast gar nicht. Nur die minimalistisch arbeitende Kompanie TAO Dance Theatre ist relativ neu. Sie ist die einzige Newcomerin in China, die sich halten konnte.
Dieter Baumann: Diese Kompanie um...
CD des Monats: La bien-aimée
Er hat über ein Dutzend Ballette geschrieben, und einige davon sind nach wenigen Vorstellungen wieder verschwunden. Darunter auch «La Bien-Aimée», von Ida Rubinstein 1928 bei Darius Milhaud in Auftrag gegeben. An der Musik kann es nicht gelegen haben. Vielleicht am Solo-Instrument. Milhaud verwendete bei seinem Einakter (auch unter dem...
Mehr als zwanzig Jahre lang hatten Mourad Merzouki und Kader Attou nicht mehr gemeinsam choreografiert. Vor etwa zehn Jahren wurden beide Direktoren eines Centre Chorégraphique National, gründeten ihre eigenen Festivals, produzierten mit ihren Kompanien beeindruckende, abendfüllende Stücke. 2017 kam der Vorschlag, mal wieder die Köpfe zusammenzustecken und...
