CD, DVD, Buch 8/9/18
CD des Monats: La bien-aimée
Er hat über ein Dutzend Ballette geschrieben, und einige davon sind nach wenigen Vorstellungen wieder verschwunden. Darunter auch «La Bien-Aimée», von Ida Rubinstein 1928 bei Darius Milhaud in Auftrag gegeben. An der Musik kann es nicht gelegen haben. Vielleicht am Solo-Instrument. Milhaud verwendete bei seinem Einakter (auch unter dem Titel «The Beloved» bekannt) ein zeitweise sehr beliebtes Selbstspiel-Klavier wie das Pianola, und das weiß nicht jedermann zu bedienen.
Rex Lawson kann es, und ihm und dem Dirigenten Enrique Mazzola ist die Ersteinspielung eines Balletts zu danken, dem man auf der Bühne (wenn möglich in der Choreografie von Bronislawa Nijinska) gerne wiederbegegnen möchte. Denn Milhaud hat sich hier ein paar Walzer von Liszt und Schubert so anverwandelt, dass man sie für seine eigenen halten könnte. Ein Meister der Zwischentöne und komplexer Kompositionsweisen, mischt er auch hier Klavier- und Orchesterfarben so subtil sinnlich, dass man bis zuletzt die Ohren spitzt. Um am Ende mit einem «Grand galop chromatique» à la Liszt belohnt werden, der es in jeder Hinsicht in sich hat: Ebenso schillernd wie champagnerselig, spielt ihn das ...
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Tanz August/September 2018
Rubrik: Medien, Seite 62
von
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Weil Brecht bis heute oft als grauer Dogmatiker herhalten muss. Das Bild ist sicher falsch. Er hat ein Ballett entworfen, «Die sieben Todsünden der Kleinbürger», und er hat ununterbrochen versucht, die Grenzen zwischen den...
Manchen Theatern ist das alles piepegal: ein Telefonton, vor der Vorstellung eingespielt, und die Sache hat sich. Dass dem mitnichten so ist, wird jeder bestätigen können, dem einmal ein Sitznachbar den Ballettbesuch verdorben hat – ganz einfach, weil er partout auch während der Vorstellung nicht vom Handy lassen wollte. Also müssen sich die Theater etwas einfallen...
