auf tanzfühlung
Gestreckter Zeige- und Mittelfinger der aktiven Gebärdenhand – auch Gehörlose scheiden sich in Rechts- und Linkshänder – kreisen über der offenen Handfläche der passiven Hand. In der deutschen Gebärdensprache (DGS) ist das die Gebärde für «Tanz». Mit diesem Signal bekundet die in Bremen lebende gehörlose Tänzerin, Choreografin und Gebärdensprachdozentin Doris Geist ihre große Leidenschaft: auch auf dem Flyer, mit dem sie für ihre im vergangenen August eröffnete Gebärdensprachschule «Gebärdenfreude» wirbt.
Ihre beiden Berufe, den künstlerischen und den didaktischen, bringt sie mühelos unter einen Hut. Nur manchmal, bekennt sie lachend, wird sie von ihren DGS-Schülern ein wenig gebremst. Immer dann nämlich, wenn das unbändige Temperament der Bewegungskünstlerin – zum Nachteil der überaus sauber auszuführenden DGS-Gebärden – kurzzeitig die Oberhand gewinnt.
Besondere Fähigkeiten
Mit einem Workshop zum naheliegenden Thema «Hände» eröffnen Geist und ihre hörende Kollegin Corinna Mindt an diesem stürmischen Herbsttag Ende Oktober das Projekt «teaching days», eine Fachtagung, die zeitgleich mit dem fünftägigen internationalen Festival inklusiver Tanzkunst «eigenARTig» in der Bremer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2013
Rubrik: praxis, Seite 66
von Marc Staudacher
Auf dieser Treppe standen die beiden Männer, Seite an Seite vielleicht, den Kopf in den Nacken gelegt, und schauten hinauf in den von Künstlerhand bestirnten Himmel. Nicht irgendwer hat diesen allegorischen Kosmos bestückt, sondern ein Titan des Spätbarock, dessen Handschrift ihnen zweifellos vertraut war. Sie müssen Giovanni Battista Tiepolos Gemälden schon in...
Ein Mann steht mit gesenktem Kopf am Bühnenrand. Weiter oben an dem riesigen Kasten wirft geriffeltes Glas undeutliche Lichtreflexe. Trauer liegt zu Beginn von Martin Schläpfers «7» zur Siebten Sinfonie von Gustav Mahler über Florian Ettis kalter Welt. Abschied. Das Resümee, das eine Tänzerschar dann formuliert, könnte ein Rückblick sein. Oder ein Prolog. Die...
Zwei Männer in buntgemusterten Hemden und Shorts bewegen sich über den Boden, steigen übereinander, verschlingen die Glieder und verdrehen ihre Körper, sodass ununterscheidbar wird, wem hier welcher Arm gehört. Dabei schauen sie stracks ins Publikum und sprechen ununterbrochen, beschreiben Orte und Personen, entwerfen kurze Szenarien. Von all dem aber schnappt man...
