mamaza
Zwei Männer in buntgemusterten Hemden und Shorts bewegen sich über den Boden, steigen übereinander, verschlingen die Glieder und verdrehen ihre Körper, sodass ununterscheidbar wird, wem hier welcher Arm gehört. Dabei schauen sie stracks ins Publikum und sprechen ununterbrochen, beschreiben Orte und Personen, entwerfen kurze Szenarien. Von all dem aber schnappt man nur Satzfetzen auf, denn beide reden gleichzeitig, und das in beachtlichem Tempo.
Auf der Haut von Ioannis Mandafounis und Fabrice Mazliah flimmert es sacht, die silbrig schimmernde Bodenfolie reflektiert das Licht wie eine Wasseroberfläche und löst die Körperkonturen auf.
Wimmelbild
In der einfach anmutenden Anordnung von «Eifo Efi» – zwei Tänzer, leere Bühne – wird es rasch ziemlich komplex. Erzählebenen überkreuzen und vermischen sich. Die Gleichzeitigkeit von Sprechen und Bewegung macht es unmöglich, einer Ebene permanent zu folgen. Unvermeidlich springt die Wahrnehmung, sie verfolgt mal hier eine Anekdote, mal dort einen Bewegungsablauf, um dann zu einer anderen Erzählepisode zurückgelockt zu werden. Die Alternative ist, für ein paar Minuten alles an sich vorbeirauschen zu lassen, um sich dem Strom des Gleichzeitigen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2013
Rubrik: menschen, Seite 22
von Esther Boldt
Okay, genau eine halbe Stunde Zeit, also bloß kein Geplänkel: «Reden wir über Richard Wagner.» Hofesh Shechters Hände streichen über den lackierten Tisch, als müsse er erst mal Tabula rasa machen. Noch dämmert das Café in Londons Tanzhaus Sadler’s Wells hinter regennassen Fenstern vor sich hin. Dagegen wirkt der Choreograf putzmunter, geradezu aufgepeitscht. Am...
Ein Huhn kommt am Seil vorbeigeflogen, mit einem roten Schnabel im Gesicht und listig-gelben Augen. Ein Hase hoppelt heran, weiße Ohren auf dem Kopf und einen Wulst im Mund, der sich entrollt und als lange Zunge zu Boden hängt. Ein Löwe stolziert, eine Maus kreuzt seinen Weg – und entkommt. Tolle Tiere bewohnen die Bühne in Stephanie Thierschs neuem Stück «Corps...
Natürlich verstehen Sie ihn. Aber wie verstehen Blinde den Tanz? Oder ein Gehörloser? Kennt er keine Musik und darum keinen Tanz? Auch er tanzt, aber er erlebt und übersetzt ihn anders (Seite 66). Kultur hat viele Sprachen.
Aber stimmt das noch? Die vielen Sprachen sind im deutschen Theater organisiert wie in einer Fabrik. Die Werkstätten beschäftigen dazu eine...
