Aterballetto: «InCanto dall’ Orlando Furioso»

Wolfsburg

Tanz - Logo

Das Stück von Mauro Bigonzetti entstand ursprünglich für den mehrteiligen Abend «Canto». Es wuchs mit der Zeit und wurde, mit dem Vorsatz «In», zu einem eigenständigen Werk. «InCanto» bedeutet eigentlich Charme, wobei die Vorsilbe im Italienischen auch nahelegt, dass hier nicht gesungen wird. Stattdessen geht es um die Verzauberung, um das «enchantment» (wörtlich: das Einsingen) von Orlando.
Orlando war einer der zwölf Gefolgsleute Karls des Großen bei seinem Kreuzzug gegen die Sarazenen.

Ludovico Ariosto (1474-1533) besang ihn in «Orlando furioso» als einen «Verrückten». Nach diesem Ariost ist auch ein schönes Theater in seiner Geburtsstadt Reggio Emilia benannt, dem Sitz der nun genau dreißig Jahre alten Kompanie Aterballetto.
Es war noblesse oblige, dass Bigonzetti dem Dichter ein ganzes Ballett zu widmen scheint. «Orlando furioso» folgt dem unvollendeten Werk «Orlando innamorato» eines anderen italienischen Dichters, Matteo Maria Boiardo. Bei ihm verliert Orlando seinen Verstand und muss zum Mond reisen, um ihn wiederzufinden. Bei Bigonzetti fehlen allerdings sämtliche der schönen Details, die Mondreise, die Begegnung mit dem Monster Hippogriff oder die Liebe der christlichen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2009
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Elisa Guzzo Vaccarino

Vergriffen
Weitere Beiträge
Im Geisterhaus

Garderobe, unten «Wenn ich nach Hause komme, zieh ich meinen Mantel und meine Schuhe aus. Dann sehe ich in der Garderobe zuerst das Ölbild von Marie Camargo, eine der berühmtesten Tänzerinnen des 18. Jahrhunderts. Es ist leider nicht das Original von Nicolas Lancret, aber eine schöne Kopie aus dem 18. Jahrhundert. Ich freue mich, wenn ich sie sehe. Camargo war...

Vaslav Nijinsky

In der Nationalbibliothek von Paris suche ich Bildmaterial für eine Veröffentlichung über die Ballets Russes. Aus einer Plastikhülle nehme ich eine Fotografie von Vaslav Nijinsky, die den Tänzer im Kostüm von «Le Spectre de la rose» zeigt. Auf seinem Haupt befindet sich die berühmte mit Rosenblättern übersäte, von Léon Bakst erfundene Kopfbedeckung. Dieses Foto –...

Kalender im Mai

Die pariser rencontres

das ist Verantwortung gegenüber einer wichtigen wilden Tradition. Entsprechend ist aus dem Wettbewerb mit Weltrang inzwischen ein Mammutfestival der kompromisslosen und buchstäblich unvermittelten Tanzkunst geworden: Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis. Die langjährige Chefin Anita Mathieu hat ein bemerkenswertes...