Alwin Nikolais
Alwin Nikolais hat etwas mehr verdient als dieses Buch mit dem Titel «The Returns of Alwin
Nikolais», erschienen bei www.wesleyan.edu/wespress. Nach 15 Beiträgen, davon die Hälfte Nachdrucke aus den 1980er Jahren, will man diese «Returns» nicht mit seiner «Rückkehr», sondern viel lieber mit «Entschädigungen» übersetzen, die die Herausgeber Claudia Gitelman und Randy Martin dem 1993 verstorbenen Pionier der amerikanischen Tanzavantgarde noch schuldig bleiben.
Vor allem zwei Fehler hat ihr auf 300 Seiten vollgestopftes Lesebuch: Was es wirklich weiß, wurde schon zu Lebzeiten von Nikolais geschrieben; ein aufrichtiger Reprint wäre ehrlicher gewesen, als obskur den Magier der Op-Art-Choreografie mit Sasha Waltz zu vergleichen oder so dumme Fragen zu stellen, ob Nikolais seine Tänzer «entmenschlicht» hätte. Wird ein Tänzer durch eine Maske entmenschlicht? Hier fällt einem das Buch aus der Hand. Der zweite Fehler: So gern man auch rückwärts mitgeht auf der genealogischen Linie von Loie Fuller über Rudolf Laban bis Oskar Schlemmer – dass Nikolais der Pionier des Multimedia-Theaters war, der die Choreografie als Gesamtkomposition alles Sicht- und Hörbaren verstand, steht trotzdem nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
hat Platzprobleme. Kein Wunder, seit 1971 ist sie in einem ehemaligen Verlagsgebäude zu Hause, und seither hat sich an den Räumlichkeiten nichts grundsätzlich verändert. Eingezwängt zwischen Landhaus- und Urbanstraße, kann die Schule samt Internat kaum expandieren, obwohl sie inzwischen aus allen Nähten platzt: ein «trauriger Zustand», der so gar nicht zu dem...
Erst ein Sturz auf der Bühne konnte ihren Tatendrang bremsen. Aber bis 1967 stand Clara Góra als Erste Solistin, Ballettmeisterin, choreografische Assistenz und Muse ihrem langjährigen Ehemann Imre Keres selbstlos und hilfreich zur Seite. Ihn hatte sie nach dem Ungarn-Aufstand 1956 auf seinem steinigen Weg über Hannover, Lübeck bis hin nach Wiesbaden begleitet –...
Ich habe einen Traum: dass eines Tages Tanz im Fernsehen eine Rolle spielt. Gleichberechtigt neben Politik und Fußball, Tanz auf allen Kanälen, in allen Programmen und Formaten. Wie bunt wäre da die deutsche Fernsehlandschaft, und wie lebendig und inspirierend unsere Gesellschaft.
Tanz gleich als Aufmacher im Frühstücksfernsehen: George W. Bush besucht einen...
