4 Elements, 4 Seasons
Frischer Wind weht durchaus wörtlich, wenn im «Sommer» auf einmal «der Nord ins Gesicht» bläst, wie es im «Sonetto Dimonstrativo» heißt, das Antonio Vivaldi seinen «Vier Jahreszeiten» voranstellt. Brigitte Kramer und Jörg Jeshel lassen dabei sich und die Kameras von der stürmischen Inszenierung so mitreißen, dass der Zuschauer versucht ist, sich am Stuhl festzuklammern.
Nicht nur hier gelingt es Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, das Publikum zu packen.
Als Musikkenner und ausgewiesener Countertenor integriert das Ensemblemitglied von Sasha Waltz & Guests die Mitglieder der Akademie für Alte Musik so, dass sie sich nicht hinter Notenständern verschanzen können. Midori Seiler, die wunderbare Solistin, steht zwischendurch immer wieder Kopf, ohne das Stück je zu vergeigen. Das «choreografische Konzert», eine Abfolge von Tableaux vivants auf der Grundlage von Vivaldis Sonetten, schafft jederzeit eine bildhafte Verschmelzung von Klang und Körper.
Das ist auch bei den «4 Elementen» nicht anders, die den «Jahreszeiten» den Boden bereiten: eine fast vergessene Ballettmusik des Barockkomponisten Jean-Féry Rebel, die mit einem seinerzeit unerhörten Cluster einsetzt und damit das «Chaos» zu ...
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