cd des monats
Mozart nennt seine «Entführung aus dem Serail» ein «Singspiel». La Scintilla dei Fiati machen daraus ein «Hörspiel». Gäbe es einen Choreografen, der ihre Einspielung einem Ballett zugrunde legte: Müsste er es nicht konsequenterweise als ein «Tanzspiel» ausweisen? Opernballette gibt es ja zuhauf, und eins der umstrittensten war die «Zauberflöte», die Maurice Béjart erst in Brüssel, später auch in Stuttgart vorstellte – einfach deshalb, weil das Arrangement nicht authentisch ist.
Anders bei der «Entführung», die sich in der Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen gefunden hat: in Form einer Bearbeitung, die seinerzeit ebenso Popularität wie Profit garantierte. Bedacht darauf, den Blasinstrumenten optimal zu genügen, ohne dass «dabey» etwas «von der Wirkung verloren geht», ist dem Komponisten hier das rare Kunst- und Kabinettstück gelungen: eine «Harmoniemusik» zu schaffen, die das Opernoriginal ahnen lässt und gleichzeitig ganz eigen klingt. Immer vorausgesetzt, man interpretiert sie so filigran, feinfühlig und frisch wie die neun Bläser des Zürcher Opernhauses. Sie beschwören auf ihren historischen Instrumenten nicht einfach nur den Zeitgeist ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 61
von Hartmut Regitz
Nir Arieli, welche Idee liegt Ihrer «Flocks»-Serie zugrunde? In «Flocks» bin ich der Frage nachgegangen, was in den Körpern von Tänzern übrig bleibt, wenn der Tanz geendet hat. Wenn die Bewegung den Körper verlassen hat, der performative Akt erschöpft ist und nur noch die Möglichkeit von Bewegung unter der Oberfläche zurückbleibt. Was den Titel «Flocks» betrifft:...
Künstlerische Jungfernzeugung ist ein so seltenes Phänomen, dass man ihr Vorkommen praktisch nicht belegen kann. Alles kreative Tun wurzelt in den Tiefen künstlerischer Muttererde. Egal ob dieser Nährboden seine Fruchtbarkeit nun aus Krieg, persönlichem Unglück, ausgedehnten Friedenszeiten, Armut, ererbtem Reichtum oder – wie im Falle der Familien Bach oder Mozart...
Das viele gute Porzellan. Wie es am Ende summt und klingelt, vibriert und hüpft, dann springt und zu Bruch geht. Bei Grace Ellen Barkey, in «For-ever», geht das Geschirr in Scherben – bevor ein Traum aus blühenden Orchideen über die gesamte Bühne gleitet und Hoffnung verbreitet.
Herrlich passt das jüngste Stück der Mitgründerin der Needcompany, uraufgeführt beim...
