ballett am rhein
Einmal mehr steht Martin Schläpfers Ensemble auf dem Siegertreppchen. Weil es keinen altbackenen Corps-Geist pflegt, sondern sich aus erlesenen Körperinstrumenten zusammensetzt – die wunderbar klingen, einzeln wie im Kollektiv
Wo gibt es das schon? Eine freischaffende Tanzkompanie zieht samt Musikern für ein paar Monate in die Oper und erarbeitet mit den dortigen Ballett-Tänzerinnen und -Tänzern zusammen ein Stück. Eine Flamenco-Kompanie obendrein.
Es sei ein ganz außerordentliches Erlebnis gewesen, sagt die Schweizer Choreografin und Flamenco-Tänzerin Brigitta Luisa Merki über ihre Arbeit mit dem Ballett am Rhein in Düsseldorf. Sie sei mit ihrer Kompanie Flamencos en route ohne jegliche Vorbehalte willkommen geheißen worden und konnte ihr neues Stück in einem Programm mit Balletten von so hochkarätigen Choreografen wie Martin Schläpfer und Mats Ek zeigen. Sie habe freie Hand bei der Wahl der Tänzer aus dem Ballett gehabt, bei der Choreografie ohnehin. Einzige Vorgabe sei die Zeit gewesen, die ihr für die Kreation von «... adónde vas, Siguiriya?» zur Verfügung stand.
Die unglaubliche Großzügigkeit ist nur eine der Qualitäten, die Martin Schläpfer zu dem herausragenden ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die saison 2014/15, Seite 140
von Lilo Weber
ist Teil des tänzerischen Kraftzentrums bei Bodytalk und seit 2014 auch als eigenständige Choreografin unterwegs. Mit ihrer Produktion «Neurosen und Altlasten: Psychotanz mit Ich, Mir und Mich» schuf sie zusammen mit den Tänzern Johanna Roggan, Jan Werge und Tim Gerhards ein Psychogramm des alltäglichen Wahnsinns: Inseln der Glückseligkeit, belegt mit Rollrasen und...
Ohne Angst kein Tanz. Sie ist überall. Aber niemand spricht über sie. Erst wenn man gezielt nach ihr fragt und ein bisschen bohrt, heißt es: Ja, klar, die kennt man doch, jeder kennt sie. Aber sie führt ein Leben im Untergrund. Ist ein Tabu. Das macht sie mächtig, machtvoller wahrscheinlich als die Liebe, die sich für Geschichten eignet mit Anfang, Mitte,...
nimmt den Tanz ernst. Er ist bei ihm keine Deko. Kein Kunsthandwerk, geflochten aus attraktiven Körpern. Seine Stücke sind meist heiß, in manchen Momenten kalt, nie lau. Sie überwältigen, sie wüten, sie rocken, aber nicht auf Art einer Unterhaltungsshow. Man spürt Leidenschaft in ihnen, aber in den jüngeren doch auch eine feine, kluge Ironie.
Allemal verzichtet...
