Ralf Rossa: «Der Feuervogel», «Josephs Legende»
Was Edwin Revazov als Solist für Hamburg ist, ist sein «kleiner» Bruder Yann in Halle. Neben dem lang gedienten Erbprinzen Michal Sedlácek entwickelte ihn Ballettchef Ralf Rossa zur zweiten Leitfigur seiner Kompanie seit dessen markantem Debüt in «Schlafes Bruder» 2003. Den neuen Zweiteiler des Ballett Rossa hat der Choreograf wieder deutlich auf diese beiden Publikumslieblinge ausgerichtet.
Fast zeitgleich entstanden Strawinskys «Feuervogel» (1910) und Richard Strauss’ «Josephslegende» (1914) bei den Ballets Russes.
In beiden Stücken geht es um verborgene Sehnsüchte, unerfüllbare Wünsche und moralische Konflikte. Bei Rossa zerbrechen die Protagonisten in der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse. Weder die ursprüngliche Märchenversion noch etwa Maurice Béjarts aufsehenerregende Partisanenparabel von 1970 standen für den «Feuervogel» in Halle Pate. Rossa hat sich stattdessen von William Whartons Roman «Birdie» anregen lassen. Nach ihm ist auch die Hallenser Hauptfigur benannt – ein im Käfig seiner Träume gefangener Vogelmensch. Birdie will fliegen können und die Freiheit erlangen, nachdem eine Bande ein Mädchen vergewaltigt hat. Der Tod dieser Geliebten treibt Birdie in die ...
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«It is when blood ignites like dynamite and when art is in the genes, the rhythm follows the heartbeat and you don't wipe the tears because you are not ashamed that you're crying! The margin between genuine admiration and false pathos is slender, for this form of Georgian dancing has become a national heritage and every contact with it requires great delicacy....
Freiheit ist ein Wort, das in diesem Heft recht häufig fällt. Freiheiten, die sich der verstorbene Maurice Béjart gestattete und eine unabhängige Kompanie führte. Freiheiten, die Merce Cunningham weiterhin genießt, um den Tanz so zu erfinden, wie die Welt für ihn gerade tickt. Freiheiten, die sich Rudolf Nureyev herausnahm, wenn Luigi Pinotti, sein Physiotherapeut...
«Und verloren sei uns der Tag, wo nicht Ein Mal getanzt wurde! / Und falsch heiße uns jede Wahrheit, bei der es nicht Ein Gelächter gab!»
Maurice Béjart stellte seinen Memoiren «Einen Augenblick in der Haut eines anderen» einen Satz aus Friedrich Nietzsches «Also sprach Zarathustra» als Lebensmotto voran. Es wäre weit gefehlt, ihn deshalb als Nietzscheaner zu...
