breakdance in der ddr
«Break-Dance […] hat sich auch hierzulande etabliert», war am 12. März 1985 auf der lokalen Kulturseite des «Sächsischen Tageblatts» zu lesen – in einem Land, in dem es ihn eigentlich nicht geben durfte. Natürlich waren die sozialen Bedingungen in der DDR nicht annähernd jenen vergleichbar, die in den schwarzen Ghettos Amerikas zu seiner Entstehung beigetragen haben, als eine «Protestbewegung», die sich des einzigen Hab und Guts bediente, das die Rechtlosen dort angeblich besaßen. Will sagen: des eigenen Körpers.
Der stand auch den Jungs in der Deutschen Demokratischen Republik als ein eher subversives Mittel zur Verfügung, um sich von der verordneten Kultur abzusetzen. «Die Masse der Jugend war sauer», sagt Detlef Bittner, der als einer der Ersten in Leipzig eine tatsächlich so genannte «Break-Dance-Gruppe» geleitet hat. Sie suchte nach einem Ventil, Dampf abzulassen und die Körperenergien in künstlerische Impulse umzuwandeln. «Natürlich war das schon ein sehr angeberischer Tanz», räumt auch DJ Opossum ein, «eine Möglichkeit, sich von seinen Mitmenschen abzuheben und Eindruck zu schinden.»
Mike Dietrich, wie DJ Opossum eigentlich heißt, ist dem Breakdance zum ersten Mal im ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: traditionen, Seite 48
von Hartmut Regitz
Im blauen Licht driften scheinbar knochen- und schwerelos drei Körper. Die erhobenen Arme werden von einer geheimnisvollen Kraft gehalten. Die Köpfe neigen sich blütensacht. Die Figuren ziehen sich an, gleiten aneinander vorbei und entfernen sich wieder. Beben, Grummeln, Pochen, Summen von automatischen Trommeln. Sie sind platziert zwischen den Zuschauerreihen. Als...
Mit fröhlichem Gelb künden Forsythien vom Frühling; Bäumchen blühen, wo Wuppertal ihnen Platz dafür lässt. Mit dem «Kampf der Titanen. In 3D!» droht das Multiplexkino, daneben liegt das Schauspielhaus und schweigt, denn es ist geschlossen, vielleicht für immer; es müsste saniert werden. Weil das Wasser abgestellt ist, stehen am Hintereingang Container mit Toiletten...
Hier ist nichts mehr so, wie es bisher war. In Guilherme Botelhos 18. Stück seit 1994 ist die Bühne nackt, sind die Tänzer seiner Kompanie Alias anonym und die Gesten alles andere als alltäglich. Hier stehen keine Möbel mehr herum, niemand ruft länger mit etwas Wasser auf glitschigem Boden ein Schwimmbad ins Leben, und keiner verzappelt sich noch, weil seine...
