Art in progress
Alida schließt die Fenster in der Arnulfstraße und lässt die schwarzen Filzvorhänge runter – jetzt können weder das Tageslicht noch die Geräusche aus der nahen Hauptbahnhof-Halle die konzentrierte Stimmung im Probenraum stören. Die sechs jungen Tänzerinnen stellen sich in der Ecke auf, sie sind in sanftes Kunstlicht getaucht, Alida steht zwei Schritte vor den anderen. Die Musik setzt ein, sie tanzt die letzten Züge ihres Solos, dann kommen die anderen nach vorne, und gemeinsam gehen sie eine Schlüsselszene von «Blicke!» durch.
So heißt das Stück, mit dem sie im September beim «Tanztreffen der Jugend» in Berlin gastieren werden. Als Pulk bewegen Alida und die anderen sich durch den Raum, getragen vom wuchtigen Bass der Musik, der aus einem Ghettoblaster dröhnt. Immer wieder wechseln die sechs die Richtung, berühren im einen Moment mit dem ganzen Körper den dunkelgrauen Teppichboden, nur um im nächsten aufrecht zu stehen, die Hände gen Himmel rankend. Die Gesichter sind konzentriert, sie spiegeln die wechselnden Emotionen der Musik wider.
Alexander Wenzlik kniet genau dort auf dem Teppich, wo die imaginäre Bühne aufhört, und verfolgt die Szene mit dem ganzen Körper. Sein Kopf ...
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Tanz August/September 2018
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Leonie Sontheimer
Ganz unbekannt sind die beiden hierzulande nicht: Nacho Duato war immerhin seit vier Jahren Intendant des Staatsballett Berlin. Ebenso lang tanzt Joseph Hernandez, seinem Namen zum Trotz ein waschechter Amerikaner aus Fort Knox, als Coryphée beim Dresdner SemperOper Ballett. Beide choreografieren. Beide sind dem Chorégraphe Directeur der Ballets de Monte-Carlo...
Night Fever
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