Schön in Shanghai

«Wir Chinesen arbeiten hart an beidem: am Reichtum und an der Schönheit. Denn Reichtum ist Schönheit», sagt Jin Xing.

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Das Shanghai Grand Theatre. Das strahlend weiße Gebäude am Platz des Volkes sieht aus, als würde eine gewaltige Reisschüssel einen Suppenteller vergewaltigen. Modern, klar, peinlich hell wie der Ballettsaal im fünften Stock. Fünf­zehn Tänzer des Jin Xing Dance Theatre, die einzige moderne Kompanie Shanghais, haben sich ins Musicalhaus eingemietet. Das kostet Geld. Nur das Zweitbeste wäre, beamtet zu sein wie das Shanghai Ballet fürs klassische Repertoire. Oder die Opera Dance Company für die Operneinlagen. Oder das Song + Dance Ensemble für chinesische Tanztraditionen.

Die staatliche Tanzschule erhält seit Anfang des Jahres keine Subventionen mehr. Sie soll als Privatschule aus den Strukturen und Protektionen der Armee heraustreten. In die Freiheit. Denn 13,5 Millionen Einwohner, dazu 6,5 Millionen «Wanderarbeiter», also Besitzlose, misstrauen ihren tanzenden Beamten. Wie bei uns.
Im Café Visage in der französischen Konzession, alte Häuser, ein lieblos gepflanzter chinesischer Garten, dafür feinste Patisserie, Billardtisch und Opiumbetten. Kolonialstil. Hier loungen die Theaterleiter. Die Direktorin des privaten YiFu-Theaters (ihre klassische chinesische Kun-Oper besetzt auch die ...

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Tanz März 2005
Rubrik: Über Schönheit, Seite 32
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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