wir erben
Zur «Generation Erben» zu gehören, gilt nicht gerade als Ruhmesblatt. Der Generalverdacht lautet: Nachlassverwerter zählen zur Kategorie der Leistungsverweigerer und familiären Parasiten, die verprassen, was die Altvorderen durch fleißiger Hände Arbeit erwirtschaftet haben. Ganz anders im Tanz: Hier hat es noch nie was zu verjubeln gegeben, vielmehr verflüchtigt sich das Kapital wie von selbst – kaum dass der letzte Vorhang gefallen ist. Ganze Schaffenszyklen gingen so unter, selbst Werke einflussreicher Choreografen verschwanden in der Versenkung.
In Wuppertal haben sich Pina Bauschs Vermächtnisnehmer aufgemacht zu retten, was zu retten ist – bevor die Zeitzeugen abtreten, die aus erster Hand Auskunft geben können (Seite 54). Ob das der Kunst, der Inspiration, dem Nachwuchs auf die Sprünge hilft? Ist das Aufpolieren alter Inszenierungen überhaupt zukunftsweisend? Denn anders als in der Familie kostet das Erben im Tanz jede Menge Anstrengung und Geld, bevor etwas dabei herausspringt. Grund genug, auch in kommenden Ausgaben auf die tanzende «Generation Erben» zu schauen.
Zumal sich beobachten lässt, dass «Tanz made in Germany» gerade hoch gehandelt wird (Seite 62): Das Bayerische ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: editorial, Seite 1
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Es war einmal: Hip-Hop, tief verwurzelt. Kader Attou vergleicht ihn in «The Roots» mit seiner heutigen Form: Old school, new school, no school. Attou, Leiter des Centre chorégraphique national in La Rochelle, wurde in den 1980er-Jahren via TV vom Hip-Hop-Virus aus den USA angesteckt. Das zeigt er gleich zu Beginn. Ein Tänzer räkelt sich im Sessel, legt eine Funk-LP...
Nora Kimball-Mentzos und Marc Spradling haben beide über viele Jahre die wichtigsten Partien des klassischen und neoklassischen Ballett-Repertoires verkörpert und intensiv mit William Forsythe und dem Ballett Frankfurt zusammengearbeitet. Heute unterrichten sie vor allem an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Im vergangenen Jahr haben...
Wer einen Roboter anschaut, erblickt kein Objekt, sondern ein Konzept. Die Morphologie ist schließlich überraschend stereotyp: Im Idealfall ähnelt das Kunstgeschöpf dem Menschen, so weit es irgend geht. Denn nur ein anthropomorpher Automat wird nicht zur bloßen Maschine degradiert. Schließlich haben wir ein kompliziertes Verhältnis zur künstlichen Intelligenz. Wir...
