robot!
Wer einen Roboter anschaut, erblickt kein Objekt, sondern ein Konzept. Die Morphologie ist schließlich überraschend stereotyp: Im Idealfall ähnelt das Kunstgeschöpf dem Menschen, so weit es irgend geht. Denn nur ein anthropomorpher Automat wird nicht zur bloßen Maschine degradiert. Schließlich haben wir ein kompliziertes Verhältnis zur künstlichen Intelligenz.
Wir schaffen sie, aber gleichzeitig sprengt sie unser Vorstellungsvermögen – und wirft zudem die Frage auf: Muss das, was dem Menschen ähnlich sieht, nicht auch Emotionen besitzen? In der Hinsicht sind wir immer noch Animisten. Dass ein Rechner Schachprofis schlägt, ist gerade noch begreifbar, und nur deshalb verzichten wir darauf, den platinenbestückten Schachpartnern menschliche Gestalt zu verleihen. Trotzdem stellen wir uns den idealen Roboter als Ebenbild vor, als Geschöpf aus Plastik und Elektronik, das uns antwortet, als wäre es unser Freund. Genau auf diese subtile Art der Verführung zielt die Firma Aldebaran Robotics, die den NAO entwickelt hat. So groß wie ein Kleinkind und gerade mal fünf Kilo schwer, wirkt der putzige Humanoid fast wie ein Clown – und ist doch ein industriell gefertigter Klon. Aber einer, der ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Thomas Hahn
Es war einmal: Hip-Hop, tief verwurzelt. Kader Attou vergleicht ihn in «The Roots» mit seiner heutigen Form: Old school, new school, no school. Attou, Leiter des Centre chorégraphique national in La Rochelle, wurde in den 1980er-Jahren via TV vom Hip-Hop-Virus aus den USA angesteckt. Das zeigt er gleich zu Beginn. Ein Tänzer räkelt sich im Sessel, legt eine Funk-LP...
Folklore, so sie nicht gerade aus Lemi Ponifasios Südsee-Atelier kommt, hat ein Image-Problem. Wer bekennt sich (abseits des Oktoberfest-Rauschs) schon freiwillig zu Lodenzwirn, zu Lederbux oder Dirndl? Wer drückt sich ohne Not einen Schwarzwaldhut mit tennisballgroßen Filzpuscheln aufs Haupt? Und wer kann den Anblick wadelpatschender Bajuwaren ertragen, ohne dabei...
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