verstehen sie tanz?
Natürlich verstehen Sie ihn. Aber wie verstehen Blinde den Tanz? Oder ein Gehörloser? Kennt er keine Musik und darum keinen Tanz? Auch er tanzt, aber er erlebt und übersetzt ihn anders (Seite 66). Kultur hat viele Sprachen.
Aber stimmt das noch? Die vielen Sprachen sind im deutschen Theater organisiert wie in einer Fabrik. Die Werkstätten beschäftigen dazu eine enorme Zahl von Arbeitern. Ihre Produkte sind ein Repertoire, das es über Jahre zur Serienreife geschafft hat. Jede Premiere wird kritisch auf Innovationskraft hin überprüft.
Ingenieure und Designer nennt man hier Autoren, Regisseure, Choreografen. Die Produktivität des deutschen Stadttheaters ist enorm. Es ist, wie man es auch von deutschen Autos gewohnt ist, das Beste der Welt.
Nun will eine Arbeitsgruppe des Deutschen Bühnenvereins dieses System als Weltkulturerbe anerkannt sehen. Ein alarmierendes Zeichen. Das Theater soll vor seinem Niedergang geschützt werden. Zwar ist es produktiver denn je, doch das Zeitalter der Fabriken nähert sich seinem Ende. Tatsächlich entstanden Theater, wie wir sie heute kennen, zu Zeiten der industriellen Revolution. Die nunmehr drohende kulturelle Entmachtung ähnelt sehr dem Misstrauen der ...
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Tanz Dezember 2013
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Gestreckter Zeige- und Mittelfinger der aktiven Gebärdenhand – auch Gehörlose scheiden sich in Rechts- und Linkshänder – kreisen über der offenen Handfläche der passiven Hand. In der deutschen Gebärdensprache (DGS) ist das die Gebärde für «Tanz». Mit diesem Signal bekundet die in Bremen lebende gehörlose Tänzerin, Choreografin und Gebärdensprachdozentin Doris Geist...
Der Literaturwissenschaftler Peter Szondi veröffentlichte 1971 ein schmales Bändchen mit dem Titel «Über eine Freie (d. h. freie) Universität». Es war eine Sammlung von Stellungnahmen zur 68er-Studentenrevolte, in der sich die allmähliche Veränderung der Bedeutung des Wörtchens «frei» wunderbar nachlesen lässt. «Freiheit» erschien dem Westen einst als leidliches...
brug schaut dvd______
weihnachtsgaben
Die Moskauer «Bayadère», gerade noch in den Kinos, jetzt auch auf DVD, ist ein typisches Produkt der energetisch-stählernen Post-Sowjet-Ära am Bolshoi. Zunächst einmal: Natürlich macht sich auch die jüngste, durchaus glamourös aussehende Produktion von Yuri Grigorovich nicht die Mühe, den schon in der UdSSR verlorengegangenen...
