new sensorium
Am 7. Dezember 1972 drückte der Astronaut Harrison Schmitt auf den Auslöser. Auf dem Weg zum Mond gelang ihm ein Foto der Erde, das zur Ikone wurde: die blaue Murmel. Der technische Fortschritt in Gestalt der Raumfahrt hat dieses Bild ermöglicht. Das Motiv aber ist so beschaffen, dass es diesen Fortschritt auch hinterfragt, weil es die Einmaligkeit unseres Planeten und seine Fragilität unterstreicht.
Fast ein halbes Jahrhundert später träumt sich eine japanische Halbwüchsige in die Rolle einer Superheldin und weit weg aus ihrem engen, spacig eingerichteten Apartment: Als Lunar Girl will Selena die erste Frau sein, die ihren Fußabdruck auf dem Mond hinterlässt. Was in der Realität nicht zu haben ist, macht die Fiktion möglich. Selena baut einen Roboter, der ruckelnd ein paar High Heels durch den Sand bewegt. Gut gefilmt und via Blog in die Welt gesendet, sieht es so aus, als habe Lunar Girl den Trabanten besucht und dort tatsächlich ihre Abdrücke hinterlassen. In der Ära der Mondmissionen erlebte der Fortschrittsglaube nur ein paar Erschütterungen. Doch inzwischen sind wir ins Zeitalter digitaler Technologien eingetreten, und das kommt einem Beben gleich. Zugleich sehen wir mit ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Andrea Kachelrieß
Wie sind Sie als Tanzkünstlerin auf die Idee gekommen, sich mit dem Krankheitsbild Parkinson zu beschäftigen? Als ich in New York wohnte, habe ich 2005 bei der Mark Morris Dance Group ein beeindruckendes Programm mit Parkinson-Patienten gesehen. Daran habe ich mich erinnert, als das Exzellenz-Cluster der Universität Freiburg auf das Theater Freiburg, wo ich...
René Magritte hätte an dem Bild seine Freude gehabt. Ein silberner Reif schwebt auf der Bühne. Darin eingelassen: ein Felsbrocken, wie ein Berg gestaltet, der für die Insel steht, auf die sich Prospero zurückgezogen hat. Das Papierschiffchen, das Ariel zuvor in seinen Händen hielt, ist längst zerdrückt, jede Verbindung zur Außenwelt damit abgebrochen. Geblieben ist...
2002 hob Julian Nida-Rümelin als erster Kulturstaatsminister der Republik die mit einem Etat von jährlich 40 Millionen Euro ausgestattete Kulturstiftung des Bundes aus der Taufe. Es war höchste Zeit. Die Zuwendungen aus Kommunen und Land für die kulturelle Versorgung reichen vorne und hinten nicht. Und immer seltener geht es, nach Tarifer-höhungen,...
