amsterdam: antonia baehr «for faces»
Wenn jemand fragt, was Konzepttanz ist, weiß ich es auch nicht mehr. Am Anfang nannte man ihn «Landscape Play», ein Begriff der amerikanischen Autorin Gertrude Stein. Was auch geschieht, alles ist gleichermaßen wert, betrachtet zu werden. Merce Cunningham kann man so ansehen. Seine Stücke waren «Konzept», aber man nannte es nicht so. Gemeint war der auf sein bloßes Sehen zurückgeworfene Betrachter. Der Ärmste. Schon kamen die Erzieher, die einem das Sehen einbläuten, als müsse man eine Landschaft erklären, statt sie genießen zu dürfen.
«Man sieht nur, was man weiß», sagten sie. Wie ein Echo raunte die vermeintlich abwesende Bedeutung, nur nicht mehr von der Bühne. Das Konzept wurde esoterisch. Um Landschaften zu betrachten, kann man ebenso gut auch in die U-Bahn steigen, das Schwanken der Köpfe studieren, all die vielen über I-Pods, Bücher und Zeitungen sich abkehrenden Blicke. Muss man da noch Antonia Baehrs jüngstes Werk «For Faces» sehen?
Zur Premiere im HAU 3 in Berlin in einer Blackbox: Das Publikum sitzt im Kreis. In der Mitte, aufgeschichtet wie zu einem Lagerfeuer, sitzt Antonia Baehrs alter Mitstreiter William Wheeler mit den Musikerinnen Sabine Ercklentz und Andrea ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2011
Rubrik: kalender, Seite 48
von Arnd Wesemann
Wie jedes Jahr drängte, wer gut tanzen kann, zum «Prix de Lausanne». 74 Kandidaten waren es diesmal, die für ein Stipendium an einer Schule oder einer Kompanie antraten, 20 wurden für die Endrunde ausgewählt. Die Gewinner zeigen, dass dieser Wettbewerb zunehmend zu einem Indikator dafür wird, wo auf der Welt klassischer Tanz noch erfolgreich unterrichtet wird: In...
Der große britische Tanzfotograf wird im Victoria and Albert Museum in London geehrt. In ihrer fulminanten Bildwirkung vergleichbar mit den Werken von Joris-Jan Bos in den Niederlanden, Marteen Vanden Abeele in Belgien oder Per Morten Abrahamsen in Dänemark, sind Nashs Fotografien nicht Dokumente der Bühnenfotografie, sondern minuziös ausgetüftelte Studioarbeiten,...
Wo liegt die Nahtstelle, an der Choreografie in Tanz übergeht? Gibt es sie überhaupt? Und wenn ja, welche Farbe hat sie? Joanne Leighton versucht es mit rotem Klebeband. Im Straßburger Musée d’Art Moderne et Contemporain markiert sie damit vier Linien, die das Publikum bitte nicht überschreiten möge. Täte es dies, so würde es nicht nur die Bewegungsfreiheit der 99...
