brendan dougherty
Es klingt wie eine Liebesgeschichte, wenn Choreografen anfangen, über Brendan Dougherty zu reden: «Ein großartiger Künstler», «ein brillanter Musiker», «a queer ally», «einer, der gute Energie mitbringt», «kein Dogmatiker, sondern einer, mit dem man genauso über Pop, RnB wie über Hip-Hop reden kann».
Dougherty selbst neigt nicht zu irgendwelchen Gefühlsbekundungen, dennoch hat es 2007 bei ihm deutlich klick gemacht. Damals traf er auf den Tänzerchoreografen Jeremy Wade: «Ich hatte einige Fragen zur Performativität angesammelt, und Jeremy hatte die Antworten darauf.
In der Tanzwelt gibt es eine viel höher entwickelte Aufmerksamkeit dafür, wie man sich selber auf der Bühne präsentiert, was das eigentlich für ein Raum ist, eine Bühne. Was wird da gesellschaftlich verhandelt, was gibt es für Möglichkeiten der Beziehung zum Publikum? Wie die Tanzszene mit solchen Fragen umgeht, das ist jeglichem Ansatz in der Musik weit überlegen, sehr viel progressiver.»
Auch wie das konkret geht mit dem Tanz, sollte er zu spüren kriegen. Jeremy Wade fand, Dougherty müsse an seiner «body awareness» arbeiten und brachte ihm «Yoga und Pilates und alles Mögliche» bei, es folgte ein zweiminütiges Solo im ...
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Tanz Oktober 2014
Rubrik: menschen, Seite 25
von Astrid Kaminski
Sie lachen sich tot! Das Schicksal ereilt alle fünf auf der Bühne. Grausam oder beneidenswert? Sie ergötzen sich an einer Wipp-Orgie, nehmen alle Erschütterungen des Zwerchfells auf sich und steigern sich in eine Art Trance. Schließlich erliegen sie dem bedrohlichen Lachgefühl eines Gore-Films. Das Besondere: Alles geschieht ohne echte Lacher. Genau darin liegt das...
Nach der Pause stimmt Eric Gauthier ein Lied an, und auf einmal stimmt alles an dem Stück, das einem zuvor eher fremd vorgekommen ist: der Tonfall, nicht zuletzt auch ein Tanz, der sich all das «einbildet», was Lewis Carroll in seinen beiden «Alice»-Büchern auf unnachahmliche Weise zur Sprache bringt. Enza Pagliari greift singend Gauthiers Song auf, und wie von...
Inmitten all der Tanzwichtigmacher auf der Internationalen Tanzmesse NRW in Düsseldorf Ende August verkündete sein Jutebeutel: «I like big books and I cannot lie». Ich kann nicht lügen. Ein Bekenntnis? Wer weiß. Jan Martens, ein schmaler, eher unauffälliger junger Mann, dreißig, weiß jedenfalls, wie sich Unterschätztwerden anfühlt. Bettina Masuch hat ihm jetzt am...
