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Verruchtheit, Orgie, Skandal und jede Menge Tanz – in Arthur Schnitzlers 1926 veröffentlichter «Traumnovelle» kommt alles zusammen, was im Wien jener Jahre als ebenso attraktiv wie anstößig galt. Genau wie Berlin oder Paris pulsierte in der Nachkriegsära auch die Donaumetropole, wurde der Stadtstoffwechsel angeheizt von Armut und Arbeitslosigkeit einerseits, hemmungsloser Vergnügungssucht andererseits. Autoren wie Schnitzler fingen das kulturelle Klima ein, das Stefanie Appels Dokumentation «Wien. Ein Tanz am Abgrund» noch einmal aufleben lässt.

Das Filmporträt der urbanen «Versuchsstation des Weltuntergangs», über die Karl Kraus mit ätzender Ironie herzog, zeigt: ein Labor der Dekadenz, in dem der Tanz als Amüsement-Katalysator und Ausdruckskunst gleichermaßen vertreten war. Weshalb ein Blick auf ARTE am 6. Mai um 21.40 Uhr sicherlich lohnt.

Screening
Live-Kinoübertragungen aus dem Royal Opera House London,
uci-kinowelt.de, rohkino.de (tanz 3/14)

5. Mai, 20.15h: The Royal Ballet tanzt «La Fille mal gardée», Choreografie von Frederick Ashton, mit Natalia Osipova (Lise) und Steven McRae (Colas)

Tanz im TV
3sat
14. Juni, 18.30h: «Theater: Ein Fest!», 2. Folge:
«KunstenFestivalDe ...

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Tanz Mai 2015
Rubrik: kalender, Seite 52
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