hagen
Statt zu jammern, ruft es laut aus dem Theater Hagen in die Welt: «Ballett? Rock it!». Seit Jahren kämpfen das Haus und insbesondere die Tanzsparte in der Stadt zwischen Wuppertal und Dortmund ums Überleben. Am Publikumszuspruch kann’s nicht liegen. Der Saal ist voll, alle paar Minuten gibt’s Szenenapplaus, am Ende stehen alle vor Begeisterung. Ballettdirektor Ricardo Fernando, seit 2004 im Amt, wählt den Rock-Ruf vielleicht auch als Anspielung auf die Kommerzkollegen, die mit ähnlichen Titeln durch die Lande touren. Wobei er offenbar nicht deren zirzensischen Bewegungsansatz meint.
Aber die Rockmusik. Das Genre entdeckte er mit Marguerite Donlons «Heroes» von 2012 zu Songs von David Bowie, die den Hagener Dreierabend eröffnen und jetzt auch beim Ballett Kiel im Repertoire sind. In Fernandos neuem Stück «Club 27», das nach dem anfängerhaften «Drift»-Duett von James Wilton den Abschluss bildet, ertönen Songs von Rockstars, die nicht älter als 27 wurden. Amy Winehouse, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Curt Cobain, Jim Morrison. Man kennt sie ja. Sind aber schon sehr tot hier. Der Club ist ein Club, der er nie war.
Peer Palmowski behängt die Bühnenseiten mit Vorhängen aus mattsilbernen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Melanie Suchy
Der im letzten Dezember verstorbene Horacio Ferrer schuf die Libretti zu rund 80 Werken des Großmeisters des Tango Nuevo. Astor Piazzollas «María de Buenos Aires» von 1968 ist eins davon. Es erzählt von den Wurzeln des Tangos, singt vom Niedergang der Ärmsten, den Porteños in Buenos Aires, wohin zum Ende des 19. Jahrhunderts Flüchtlinge aus Europa und Afrika zu...
Sie ist die ungekrönte Königin der Grimassenkultur. Marlene Monteiro Freitas, aus ihrer kapverdischen Heimat nach Lissabon gelangt, stellt alle Begriffe von Ästhetik auf den Prüfstand. Sie hält es mit Performance, Clown und Karneval, mit Punk und Martialischem. Schon ihr irrwitziges Solo «Guintche» setzte ein Ausrufezeichen, wie man es in der Tanzlandschaft kaum...
gent
flanders fields
An Jeanne Brabants zu erinnern, hat das Ballet Vlaanderen allen Grund. Die Kompanie ehrt ihre langjährige, inzwischen verstorbene Direktorin denn auch nicht nur mit der Neueinstudierung von «Dialogue», in dem die Choreografin 1971 den Konflikt eines älteren Liebespaares thematisiert. Die Konfliktsituation wird unter dem Titel «Flanders Fields»...
