produktion des jahres
Eine verwirrend schöne, quirlige Choreografie, die zentrale Gegenwartsfragen umkreist: Wie viel individuelle Verantwortung, wie viel Solidarität braucht die Gesellschaft?
Der Maler Paul Klee liebte diesen Satz sehr: «Einen Spaziergang nehmen um seiner selbst willen, ohne Ziel». Für ihn war das nicht nur eine Metapher für sein eigenes Leben, ein Leben als Spaziergang. Diese Haltung galt ebenso für die Linienführung in seinen späten, hieroglyphenhaften Zeichnungen. Klees Stift spazierte über das Papier, der Maler staunte, welche Spuren er hinterließ.
Zielloses Gehen um des Gehens willen: Diese Haltung ist auch der jüngsten Arbeit der französischen Choreografin Maguy Marin eigen. Die 64-Jährige praktiziert hier wie schon in anderen Choreografien einen «Walking Walk», wie Klees Ausspruch verkürzt und ins Englische übersetzt lauten würde, um auf der Bühne eine Landschaft aus Ereignissen zu erzeugen, die keine Bedeutung behauptet. Marin fokussiert nicht das Auge des Betrachters und nötigt uns damit auch nie, etwas Drittes zu addieren oder gar eine Bedeutung, die so nicht wirklich gemeint ist.
«BiT» entstand 2014 an Marins neuem Wirkungsort, dem Théâtre Garonne in Toulouse, nachdem sie ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die saison 2014/15, Seite 127
von Tiago Bartolomeu Costa
Widerwillig träumt der Sohn den mütterlichen Traum von der Tanzkarriere mit. Doch nach ihrem Tod kniet er sich rein, ohne jede Reserve. Und macht einen weltweit bejubelten Bolshoi-Star aus sich
Mit 27 Jahren ist Vladislav Lantratov, Principal des Bolshoi Ballet, ein Meister der Verwandlung. Er beherrscht das Schurkenfach – als Crassus in «Spartacus» und Rotbart im...
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