Schwanensee
Ein Mann, eine Frau, zwei Augenzeugen. Sie observieren aus einiger Entfernung, wie sich das Liebespaar dem Rausch der Sinne ergibt. Dabei wahren die Beobachter auch Distanz zueinander, gehören sie doch verfeindeten Parteien an. Sie ist der schwarzen Magie kundig und sinnt seit Jahr und Tag darauf, das verliebte Mädchen – die eigene Stieftochter – ins Verderben zu stürzen. Er ist der Großvater des jungen Dings und zugleich dessen Beschützer. Bislang hat er verhindern können, dass die Stiefmutter ihren mörderischen Plan durchzieht. Gegen das, was kommt, ist er nicht gewappnet.
Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass Martin Schläpfer verkündete: «Schwanensee» in Vorbereitung! Dabei hatte sich der Künstlerische Direktor und Chefchoreograf des Ballett am Rhein über viele Jahre hinweg eine Art Abstinenz auferlegt: bloß keine fertigen Geschichten erzählen! Er war sich auch gar nicht sicher, ob die Welt noch ein «Dornröschen», noch eine «Giselle» oder gar einen «Schwanensee» (tanz 6/18) braucht. Nach Besichtigung dessen, was der Schweizer aus seinem Klassiker-Debüt herausgeholt hat, kann es daran nicht den allergeringsten Zweifel geben. Martin Schläpfers «Schwanensee» ist eine Offenbarung. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Dorion Weickmann
CD des Monats: Sounds of Transformation
Wie ein Palindrom hat David Greilsammer die Musik auf seinem Album angeordnet – was nicht heißt, dass er sie erst vorwärts und dann rückwärts spielt. Das nicht. Aber die historischen Originale und ihre zeitgenössischen «Zwillinge», wie er die Bearbeitungen nennt, hat er so subtil einander gegenübergestellt, dass die «Sounds...
Sie werfen schwarze Schatten, denn anders als im Alten Münchner Rathaus, wo sie ursprünglich in engen Nischen aufgestellt waren, stehen sie nun frei. Unter vom selben Bildhauer ebenfalls aus Laubholz geschnitzten und gedrechselten Stadtwappen kann man sie derzeit genüsslich umrunden und sehen, dass genau wie die Schauseite auch ihre Rücken, ihre Hinterteile, ihre...
Die beste Tanzausbildung sichert noch lange keine Anstellung. Aus dieser Erkenntnis heraus gründete Malou Fenaroli Leclerc vor fast 20 Jahren eine Juniorkompanie, unabhängig von den Institutionen. Das «Performance Year», wie sie das damals nannte, sollte jungen Absolventinnen und Absolventen von Tanzausbildungsstätten ein Jahr lang ein Dach über dem Kopf, Training,...
