Teufelszeug

Die Moriskentänzer des Erasmus Grasser in München

Tanz - Logo

Sie werfen schwarze Schatten, denn anders als im Alten Münchner Rathaus, wo sie ursprünglich in engen Nischen aufgestellt waren, stehen sie nun frei. Unter vom selben Bildhauer ebenfalls aus Laubholz geschnitzten und gedrechselten Stadtwappen kann man sie derzeit genüsslich umrunden und sehen, dass genau wie die Schauseite auch ihre Rücken, ihre Hinterteile, ihre Waden, ja selbst ihre fliegenden Rockschöße und Ärmel voll ausmodelliert und bemalt sind. Daraus erklärt sich, warum sie auch im Stand auf festen Sockeln ununterbrochen in Bewegung zu sein scheinen.

Diesem Eindruck verdankt sich der Titel dieser ersten Ausstellung des Gesamtwerks von Erasmus Grasser, Münchens einzigartigem Bildhauer, im noblen, am Englischen Garten gelegenen Bayerischen Nationalmuseum: «Bewegte Zeiten». 

Aber eben nicht nur. Denn an Grassers berühmten Moriskentänzern – 1480 geschaffen, zu sehen anlässlich des 500. Todesjahrs ihres -revolutionären Schöpfers und in Beziehung gesetzt zu dessen kirchlichen Werken – begreift man den radikalen Bruch mit der christlichen Ikonografie, der sich an ihnen vollzog. Die ursprünglich 16 Figuren, von denen zehn erhalten sind und wiederum fünf im Nationalmuseum ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2018
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Eva-Elisabeth Fischer

Weitere Beiträge
Stuttgart: Novitzky, Adorisio, Kozielska, Stiens, Goecke «Die fantastischen Fünf»

«Jetzt geht’s ab» hieß die erste LP, mit der «Die Fantastischen Vier» 1990 in Stuttgart eine einzigartige Karriere starteten, sechs Jahre bevor Ballettintendant Reid Anderson am gleichen Ort sein Amt antrat. «Jetzt geht’s ab» könnte auch als Motto einer programmatischen Premiere dienen, die nicht ohne Grund «Die Fantastischen Fünf» heißt. Denn fantastisch ist es,...

Portrait Wayne McGregor

Da ist er endlich, der von Anfang an geplante «moderne» Abend. Igor Zelensky hatte ihn bereits versprochen, als er zur Spielzeit 2016/17 als Chef des Bayerischen Staatsballetts antrat. Der international umjubelte englische Choreograf Wayne McGregor ist nun mit einem Dreiteiler, eine Uraufführung inklusive, auch in München angelandet. Er ist nach Christopher...

Kalender 7/18

Deutschland

Berlin 

Artistania
«2018_maC»: Semesterarbeit des Masterstudiengangs Choreografie am HZT: «Hysteria Tutorial» von Dina Sennhauser. 11.,12. Juli;
www.hzt-berlin.de


Deutsche Oper
Das Staatsballett Berlin tanzt «Don Quixote», choreografiert von Víctor Ullate zur Musik von Ludwig Minkus. 2. Juli Premiere «PROPS_AN_GRIMM»: Zum Abschluss der Spielzeit...