bern: Cathy Marston: «Hexenhatz»

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Ende der Spielzeit muss sie ziehen: Cathy Marston, seit 2007 Tanzchefin des Berner Balletts. Ihr Abschied heißt «Hexenhatz», ein Stück über Anna Göldi, die 1782 als letzte Hexe in der Schweiz hingerichtet wurde. Diffus ist das Licht, düster der Stoff. In der Berner Vidmarhalle steht ein Stahlgerüst. Es lässt sich auseinanderziehen wie ein Paravent oder zusammenfalten zur intimen Zelle. Dazwischen agiert in weißen Kleidern das Berner Ballett, das demnächst großteils unter der chilenischen Choreografin Estefania Miranda weitertanzen wird.

«Hexenhatz» ist das Psychogramm einer Verleumdung: Das 75-minütige Tanzstück erzählt von Anna Göldi, der Dienstmagd im Hause der Glarner Familie Tschudi. In der Milch der achtjährigen Annamiggeli Tschudi, die Göldi anvertraut ist, findet man Nadeln. Und als das Kind auch noch Nadeln spuckt und an einem lahmen Bein erkrankt, ist die Hexe schnell gefunden. Doch war Göldi wirklich die Schuldige? Gab es eine erotische Beziehung zwischen der Dienstmagd und dem Hausherrn, die ihn seine Karriere gekostet hätte? War das der Grund, weshalb Göldi, die erst 2008 rehabilitiert wurde, sterben musste? Wie in früheren Handlungsballetten sucht Cathy Marston in ...

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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 49
von Marianne Mühlemann

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