intimität
Das Theater hat den Tanz gezwungen, Theater zu sein. Keine wirklichen Gefühle dürfen gezeigt werden, jede Bewegung ist berechnet, aus der Rhetorik der Schauspieler wurde eine Dramaturgie der Schritte. Damit entfernte sich der Tanz von jenen Gefühlen, die er in jedem Tanzenden selbst auslöst: eine Lockerung der Seele durch die Freiheit der Glieder. Vielleicht ist daran aber auch nur die Sitzordnung Schuld. Vor der Bühne sind die Glieder des Publikums wie festgebunden, damit es diszipliniert zuschaut. Ebenso diszipliniert ist der Tanz.
Ausgerechnet Methoden der Disziplinierung – die Unterwerfung des Körpers unter die Macht eines anderen – sind es, die sowohl erotischen Praktiken dienen als auch das Choreografieren bestimmen. Die Unterwerfung des Körpers führt hier in erster Linie zu seiner Beherrschung. Diese Beherrschung kann sinnlich sein, vertrauensvoll abhängig und durchaus bezwingend. In Deutschland gibt es – in der Öffentlichkeit zugegeben – nur einen Ort, der sich dieser Intimität des Tanzes offen stellt. Es ist schwelle7, ein Veranstaltungsraum in Berlin, der sich experimenteller Körperarbeit widmet, «vor allem aber Spiel, Zauberei und sanfter Wahnsinn» sein will. Letzteres ...
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Sie wurden an den Württembergischen Staatstheatern in Stuttgart ausgebildet zur Zeit von John Cranko, kehrten wegen einer Verletzung aufs Gymnasium zurück und machten Abitur, bevor Sie Tanzpädagogik in München studierten. Woher kam dann die Neugier auf amerikanischen Tanz?
Durch einen Mitschüler wurde ich auf Merce Cunningham aufmerksam. Und in München traf ich...
Wer am Theater erfolgreich sein will, ahnt: Jede Auszeit kann ein Abschied von der Professionalität sein. Darum rief der Regisseur Volker Metzler 2008 in Dresden das Künstlerkollektiv Dramaten ins Leben, aus dem eine zertifizierte Weiterbildungseinrichtung von Künstlern für Künstler hervorging.
Die Atmosphäre: täglich geliebte Quälerei durch Pädagogen und Trainer,...
Wäre sie eine Schauspielerin, müsste sie den Puck im «Sommernachtstraum» spielen. Sie hat alles für einen Kobold: den Schalk im Nacken, den Mut der Draufgängerin, versteckt hinter einer gehörigen Portion Schüchternheit. Lisi Estaras ist Tänzerin und Choreografin, hat mit Alain Platel, Sidi Larbi Cherkaoui und Constanza Macras gearbeitet, hat sich bei allen etwas...
