lisi estaras

Die Tänzerin bei Les Ballets C. de la B. ist politisch, radikal, inspirierend, zerbrechlich und stark, melancholisch und wild. Sie verbrannte die israelische Fahne und ist heute eine Choreografin, die mit Klezmer-Musik und jiddischen Liedern das Vergessen verachtet.

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Wäre sie eine Schauspielerin, müsste sie den Puck im «Sommernachtstraum» spielen. Sie hat alles für einen Kobold: den Schalk im Nacken, den Mut der Draufgängerin, versteckt hinter einer gehörigen Portion Schüchternheit. Lisi Estaras ist Tänzerin und Choreografin, hat mit Alain Platel, Sidi Larbi Cherkaoui und Constanza Macras gearbeitet, hat sich bei allen etwas abgeguckt und alles miteinander verschmolzen – diese Mischung ist wahrlich explosiv.

 

Elizabeth Estarás Roisman wurde im argentinischen Córdoba geboren.

Ihre Großeltern ­mütterlicherseits flohen vor den Judenpogromen in Rumänien und Russland. Sie wollten in die USA, aber das Schiff landete in Argentinien. So blieben sie eben dort. Väterlicherseits geht die Familie auf spanische Auswanderer zurück. Ihre Eltern trennten sich früh, und Lisi wuchs als Einzelkind einer starken Frau auf, die, politisch und sozial engagiert, viel Ehrgeiz in ihre Tochter steckte. Mit 14 sah sie den ­«Feuervogel» und wollte Ballerina werden. Also nahm sie Ballettunterricht, brachte es bis ins Corps de ballet  der Kompanie ihrer Heimatstadt, doch fühlte sich nie wohl. «I didn’t have the body of a ballerina, and I didn’t have the mind either», sagt ...

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Tanz April 2010
Rubrik: menschen, Seite 20
von Renate Klett

Vergriffen
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