Wien: Vorwürfe gegen die Ballettakademie
Seit 2010 leitet Simona Noja die Ballettakademie der Wiener Staatsoper, die am 9. April in die Schlagzeilen geraten ist. Die Stadtzeitung «Falter» publizierte unter dem Titel «Wir wurden gebrochen» einen Report über «unerträgliche Zustände» an der Schule: «Brutalität, Demütigungen, sexuelle Übergriffe, Magersucht». Die künstlerische Direktion der Akademie liegt bei Manuel Legris, Leiter des Staatsballetts; daher betrifft der Skandal das Haus an der Wiener Ringstraße unmittelbar. Begonnen hatte die Krise bereits zum Jahreswechsel.
Die Wiener Kinder- und Jugendstaatsanwaltschaft erhob zahlreiche Vorwürfe: von fehlenden pädagogischen Konzepten und Ernährungsplänen über Gewalt und Erniedrigung beim Training bis hin zu Psychostress und unzureichender medizinischer Betreuung. Von da an war es nur eine Frage der Zeit, bis die Ermittlungen publik werden würden. Die umfangreiche Recherche des «Falter» war Sache seines Chefredakteurs Florian Klenk. Die Staatsoper zeigte sich kooperativ und legte offen, was von den Behörden kritisiert wurde. Die Aussagen der Schülerinnen im Artikel geben ein trauriges Bild wider. Zudem stellte sich heraus, dass die Atmosphäre innerhalb der Akademie wohl auch ...
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Tanz Juni 2019
Rubrik: Side Step, Seite 17
von Helmut Ploebst
CD des Monats: Terpsichore
Keine der großen Barock-Ballerinen ließ sich die Musik von Jean-Féry -Rebel entgehen. Aber es waren auch wahre Kleinodien, die er Françoise Prévost, Marie Sallé und Marie-Anne -Cupis de Camargo gleichsam zu Füßen legte: oft nur von sekundenlanger Dauer wie beispielsweise das Grave in der Tanz-Sinfonie «La Terpsi-chore» aus dem Jahr 1720,...
Was für Galoschen! Knöchelhoch abgewetzt, sagenhaft ausgelatscht und mit vorne heraushängender Zunge sehen sie aus, als kämen sie direkt aus irgendeiner Museumsvitrine. Der Zahn der Zeit hat die seitlich aufgedruckten Logos derart abgenagt, dass sie aus zwei, drei Metern Abstand nicht mehr zu entziffern sind. Das abgeschlunzte Schuhwerk erzählt viel über den Mann,...
Das Schöne an Hochhäusern ist der Ausblick. Doch in dem Hochhaus in Essen, an das ich denke, gab es keinen Ausblick. Da gab es ein Kulturdezernat und einen Sitzungsraum; dort haben wir uns zum ersten Mal die Hand gegeben. Vor Jahrzehnten, aber jeder erinnert sich an Momente, die sich einbrennen, selbst in einem Kulturdezernat.
Als sie hereinkam, schleppte sie eine...
