CD, DVD, Buch 6/19
CD des Monats: Terpsichore
Keine der großen Barock-Ballerinen ließ sich die Musik von Jean-Féry -Rebel entgehen. Aber es waren auch wahre Kleinodien, die er Françoise Prévost, Marie Sallé und Marie-Anne -Cupis de Camargo gleichsam zu Füßen legte: oft nur von sekundenlanger Dauer wie beispielsweise das Grave in der Tanz-Sinfonie «La Terpsi-chore» aus dem Jahr 1720, bei der vor allem ein doppeltes Rondeau und eine Gigue à l’Angloise aufhorchen lassen.
Nicht anders bei seiner «Fantaisie», die ein Jahr zuvor entstand, oder bei den beiden umfangreicheren Suiten «Les Caractères de la Danse» und «Les Plaisirs champêtres». Le Concert des Nations macht Rebels Musik auf graziöseste Art Beine und lässt die «Kunst des Schönen Tanzes», von der Jordi Savall im lesenswerten Booklet schwärmend spricht, zumindest akustisch ahnen.
Da hat ein Georg Philipp Telemann natürlich das Nachsehen. Obwohl frankophil, lässt sich die Herkunft des Bach- und Händel-Freundes nicht verheimlichen. Beide Ouverture-Suiten, die in G-Dur «La Bizarre» und die in B-Dur aus seiner überaus populären «Tafelmusik», wirken weniger apart als die Aperçus seines Kollegen, um nicht zu sagen: deutsch. Aber man sollte sie deswegen ...
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Tanz Juni 2019
Rubrik: Medien, Seite 58
von
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